Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.12.2011

13:16 Uhr

Dreimonatige Papiere

Ungarn bläst Auktion für Staatsanleihen ab

Ungarn muss für frisches Geld immer tiefer in die Tasche greifen. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen klettert stark an, eine Auktion für dreimonatige Papiere wurde ganz abgesagt.

Der Druck auf Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban wird größer. AFP

Der Druck auf Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban wird größer.

BudapestDie Finanzierungskosten für das hoch verschuldete Ungarn steigen dramatisch. Die ungarische Schuldenagentur AKK sagte am Donnerstag sogar eine geplante Auktion für dreimonatige Staatsanleihen ganz ab. Als Grund nannte die Agentur, die zu großen Spannen bei den Renditen. Deswegen habe man sich entschieden, alle Gebote zurückzuweisen, sagte der Vize-Chef Laszlo Andras Borbely. Bei der Emission neuer zehnjähriger Papiere musste das Land unterdessen noch mehr bezahlen.

Die Rendite kletterte auf 9,70 Prozent von 8,78 Prozent bei der vorherigen Auktion. Angesichts der hohen Kosten wurde das Emissionsvolumen um drei Milliarden Forint gekürzt. Lediglich die Ausgabe der fünfjährigen Papiere lief nach Plan. Die Regierung schlug Anleihen im Wert von zehn Milliarden Forint los. Doch auch hier musste sie tiefer in die Tasche greifen und den Anlegern eine Rendite von 9,63 Prozent bezahlen. Vor zwei Wochen waren es noch 8,72 Prozent.

Angesichts der immer höheren Kosten dürfte der Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban steigen, die derzeit ausgesetzten Sondierungsgespräche mit dem IWF über Hilfen wiederzubeleben. Der IWF hatte unter anderem ein geplantes Notenbankgesetz der Regierung kritisiert, das de facto die Unabhängigkeit der nationalen Zentralbank beschneidet. Seit der Herabstufung Ungarns durch die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's gelten Staatsanleihen des Landes als Schrottpapiere. Fitch räumt den Papieren allerdings derzeit noch Investment-Status ein. Ungarn, das bereits 2008 mit Notkrediten der Europäischen Union und des IWF von rund 20 Milliarden Euro über Wasser gehalten wurde, hofft wegen der prekären Lage auf Unterstützung.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Endmoraene

29.12.2011, 23:21 Uhr

Bloß keine Unterstützung! Es ist so viel Geld ins Land geflossen und nur in den Taschen von wenigen angekommen.

So lange hier die noch verbliebenen einfachen Leute in puncto Demokratie, Zivilcourage und Engagement für das eigene Land fit gemacht werden, ist alles blanke Geldverschwendung. 25 % korrupte, geldgierige, intrigante Ungarn beherrschen das Land und saugen es völlig aus und ziehen ihren eigenen armen dummen Mitbürgern den letzten Forint aus der Tasche.

Die Gesellschaft ist so gnadenlos marode, ohne "Umerziehung" und äußerster Kontrolle jeder Investition vorher/nachher und mindestens drei mal mittendrin ändert sich nichts.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×