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22.01.2005

18:09 Uhr

Druck auf Seifert wächst

Bundesbank kritisiert Übernahmepläne der Deutschen Börse in London

Bundesbank-Vorstand Reckers hält die geplante Übernahme der Londoner durch die Deutsche Börse für keine gute Idee. Er befürchtet eine Schwächung des Finanzplatzes Frankfurt.

HB BERLIN. Ginge es nach der Bundesbank, würde die Deutsche Börse ihre Londoner Konkurrentin wohl nicht übernehmen. Es schwäche den heimischen Finanzplatz, wenn der Unternehmenssitz in Frankfurt aufrechterhalten werde, aber die operativen Arbeiten in London erledigt würden, sagte Hans Reckers, Vorstandsmitglied der Deutschen Börse, der «Welt am Sonntag».

Es komme nicht nur darauf an, dass die Deutsche Börse die Anteile der London Stock Exchange (LSE) übernehme und den Sitz des Unternehmens auch weiterhin in Frankfurt am Main bleibe, sagte Reckers. Wichtig sei auch eine faire und dauerhafte Arbeitsteilung zwischen den Marktbereichen an den beiden Börsenplätzen.

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet dem Bericht zufolge, dass der Stammsitz der Deutschen Börse unter dem geplanten Kauf leiden würde. Der dem Gremium angehörende Verdi-Sekretär Herbert Bayer sagte der Zeitung, es gebe zwar eine konkrete Absichtserklärung des Managements, dass die Beschäftigten in Frankfurt nicht mit einem Personalabbau konfrontiert würden. «Wir haben in der Vergangenheit aber bei anderen Unternehmen Fälle erlebt, in denen man sich an die zuvor getroffenen Absprachen mit den Arbeitnehmern nicht gehalten hat.»

Die Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert versucht, die LSE zu übernehmen und stellte informell bislang einen Preis von 530 Pence (7,62 Euro) je Aktie in Aussicht. Allerdings ist auch die europäische Gemeinschaftsbörse Euronext an der Londoner Börse interessiert. Ein Bieterkampf zwischen den Konkurrenten ist bereits ausgebrochen, auch wenn noch kein verbindliches Angebot abgegeben wurde.

Am Freitag hatten sich die Vorstände der Deutschen Börse und der LSE zu Gesprächen getroffen und dabei auch den Kaufpreis thematisiert. Zuvor hatte der Aufsichtsrat der Deutschen Börse Presseberichten zufolge einem Angebot zugestimmt, das über dem informellen Preis von 530 Cent pro Aktie liegt.

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