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23.07.2011

10:16 Uhr

Egan-Jones

Warum die Ratingagentur die USA herabstufte

VonRolf Benders, Ralf Drescher

Während die große Konkurrenz sich auf Drohungen beschränkt, hat die Ratingagentur Egan-Jones die Initiative ergriffen und die Bonität der USA herabgestuft. Gründer Sean Egan erklärt den Hintergrund seines Handelns.

Das ungelöste Verschuldungsproblem der USA führte zu der Herabstufung der Bonität. Quelle: dpa

Das ungelöste Verschuldungsproblem der USA führte zu der Herabstufung der Bonität.

New York/DüsseldorfDie großen Drei drohen, Egan-Jones handelt. Die kleine US-Ratingagentur Egan-Jones hat zu Wochenbeginn die Bonität der Vereinigten Staaten von „AAA“ auf „AA+“ herabgestuft und setzt sich damit von den weitaus bekannteren Konkurrenten – Fitch, Standard & Poor’s und Moody’s – ab. „Es gibt keinen Fortschritt in Washington in der Schuldendiskussion, zumindest keinen fassbaren“, begründete Sean Egan, Geschäftsführer und Mitgründer von Egan-Jones den Schritt im Interview mit dem Handelsblatt.

Egan-Jones ist der kleine amerikanische Bruder der drei weltweit vertretenen Ratingagenturen. Die 1995 gegründete Firma ist bekannt für die Bewertung von Anleihen US-amerikanischer Unternehmen.

Bislang hatte es noch keine westliche Ratingagentur gewagt, die USA herabzustufen. Lediglich die chinesische Agentur Dadong bewertet die Vereinigten Staaten nur mit „A+“. Aber das wird bei Anlegern weltweit bislang eher als politischer Schachzug gewertet.

Während die große Konkurrenz bei ihren Drohungen, die USA demnächst in der Bonität herabzustufen, vor allem auf die Gefahr einer Nichtanhebung des Schuldenlimits abstellt, hält Egan-Jones diese aktuelle Debatte für fast nebensächlich. „Das berührt uns im Moment eher weniger“, so Sean Egan. „Wir sind besorgt über das ungelöste Verschuldungsproblem.“ Dabei gehe es auch um die immensen Ausgaben von fast drei Billionen Dollar für die Militäreinsätze in Afghanistan, im Irak und Libyen, die Kosten für die unzureichende Lösung der Finanzkrise von nahezu zwei Billionen Dollar und der Anstieg der Ausgaben für Transferleistungen, so Egan.

Kommentare (3)

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Wolle

23.07.2011, 11:19 Uhr

Diese Herabstufung war schon lange überfällig

Account gelöscht!

23.07.2011, 11:20 Uhr

Eine Anhebung der Schuldengrenze um fast 26% stellt eine exorbitantes Schulenwachstum in Aussicht, auch dies nicht nur für ein Jahr gelten soll. Geht man aber davon aus, daß die Schuldengrenze in der Vergangenheit durchschnittlich einmal jährlich angehoben wurde, so kann aus den diesmaligen quantitativen Absichten abgelesen werden, daß nichts auf eine reale Chance oder Absicht hindeutet, den Pfad einer auf umfassende systemische Korruption in Finanzwirtschaft, Militärgüterproduktion und imperialer Staatspolitik zum Nachteil aller, die primär oder sekundär ihre wirtschaftlichen und sozialen Austauschverhältinisse im Abhängigkeit von US-Dollar gestalten und vollziehen müssen zu verlassen. Wir solten dabei auch unsere eigene Lage in EURO-Land im Blick beahlten: Auch hier wird Politik druch Schuldenmachen betrieben und uns als "erfolgreich" und "zukunftsweisend" verkauft! Nur gibt es nicht eimnal den Ansatz eine "Tea Party" oder Politikergruppen, ähnlich der Republikaner, die dem einen Riegel vorschieben wollen.

Account gelöscht!

23.07.2011, 14:32 Uhr

Auch wenn die Herabstufung der Bonität der USA gerechtfertigt sein mag, ist dieser Schritt durch eine unbedeutende Rating-Agentur doch faktisch ohne Bedeutung.

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