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26.05.2014

16:41 Uhr

Ein Land ohne Schulden

Norwegen schwimmt im Geld

Norwegen hat den größten Staatsfonds der Welt – der zudem unaufhaltsam wächst. Das Land hat so viel Bargeld, dass es die neuen Haushaltspläne ohne neue Schulden bezahlen kann. Gerüchte hatten etwas anderes behauptet.

Ölplattform des norwegischen Energiekonzerns Statoil. Dank der Energiebranche sind die Kassen des Landes prall gefüllt. dpa

Ölplattform des norwegischen Energiekonzerns Statoil. Dank der Energiebranche sind die Kassen des Landes prall gefüllt.

Norwegen schwimmt in so viel überschüssigem Bargeld, dass es zusätzliche Ausgabenpläne mit bestehenden Mitteln und ohne einen Gang an die Anleihemärkte abdecken kann.

Das bedeutet, dass die Regierung in der Lage sein wird, eine 11,4 Milliarden Kronen (1,4 Milliarden Euro) schwere Erhöhung der Hypotheken an Staatsbeschäftigte abzudecken ohne zusätzliche Schulden aufzunehmen. Das erklärte Christian Tronstad, ein führender Berater des norwegischen Finanzministeriums, im Interview mit Bloomberg News. Die Hypothekenerhöhung wurde jüngst im neuen Haushaltsplan festgelegt.

„Wir haben keine Pläne, die Kapitalaufnahme wegen des überarbeiteten Haushalts zu ändern“, sagte er.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Seine Äußerungen folgen auf Spekulationen bei einigen der größten Banken der Region. Diese spekulierten, dass sich die Regierung an die Anleihemärkte wenden müsse, um das erweiterte Hypotheken-Programm zu finanzieren.

Norwegen ist Westeuropas größter Öl- und Gasproduzent. Einnahmen aus der Energiebranche fließen in Norwegens 860 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds. Dieser ist bereits der größte der Welt. Erträge des Fonds darf die Regierung nutzen, um Haushaltslöcher zu stopfen.

Vor kurzem hatte die Regierung prognostiziert, dass der Fonds bis 2020 auf 7,45 Billionen Kronen anschwellen wird. Er hat sich seit 2005 bereits verfünffacht.

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