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29.08.2011

16:03 Uhr

Eingriff zurückgefahren

EZB kauft deutlich weniger Staatsanleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Kauf von Staatsanleihen deutlich gedrosselt. Sie habe bis vergangenen Freitag Papiere im Wert von knapp 6,7 Milliarden erworben, Analysten hatten mit zehn Milliarden gerechnet.

Die EZB hat in der vergangenen Woche die Käufe von Staatsanleihen deutlich zurückgefahren. dpa

Die EZB hat in der vergangenen Woche die Käufe von Staatsanleihen deutlich zurückgefahren.

FrankfurtVor zwei Wochen hatte die EZB noch Staatsanleihen im Wert von 14,3 Milliarden Euro gekauft. Das Gesamtvolumen seit Mai 2010 beträgt damit 115,5 Milliarden Euro.

Von welchen Staaten sie Anleihen am Markt gekauft hat, verriet die EZB zwar wie erwartet nicht. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass es wie zu Beginn der neuen Kaufrunde vor allem italienische und spanische Bonds waren.

Der EZB-Rat hatte wegen der massiven Einbrüche an den Börsen gegen den erbitterten Widerstand der Bundesbank entsprechende Käufe beschlossen. Sie begründet ihre Intervention am Anleihemarkt zwar offiziell damit, dass wegen des Drucks der Finanzmärkte auf diese beiden Länder ihre geldpolitischen Maßnahmen dort nicht ankämen. De facto hilft sie Italien und Spanien durch die Käufe jedoch, flüssig zu bleiben und nimmt den Druck von den dortigen Banken - meistens die größten Gläubiger der Staaten. Beide Länder stehen in dieser Woche besonders im Fokus, da sie versuchen werden, den freien Kapitalmarkt anzuzapfen und neue Bonds zu emittieren.

Die EZB hatte ihr Kaufprogramm im Mai 2010 auf dem ersten Höhepunkt der Griechenland-Krise begonnen. Bis März hatte sie zunächst nur Papiere von Griechenland, Irland und Portugal gekauft. Die Zentralbank hat offen gelassen, ob sie ein bestimmtes Renditeniveau durch ihre Aktionen anstrebt. Fachleute glauben allerdings, dass sie die Kapitalmarktzinsen für Spanien und Italien bei etwa fünf Prozent stabilisieren will. Ein Niveau von sechs Prozent oder mehr gilt als langfristig nicht tragfähig.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.08.2011, 12:09 Uhr

Bis März hatte sie zunächst nur Papiere von Griechenland, Irland und Portugal gekauft.Fachleute gehen jedoch davon aus, dass es in der neuen Kaufrunde vor allem italienische und spanische Bonds waren. Vermutlich sind damit sämtliche Staatsanleihen aufgekauft und die EZB zur größten Bad-Bank geworden....!

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