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15.04.2013

15:14 Uhr

„Einiges in der Pipeline“

Vertriebe verkaufen Mittelstandsanleihen

Trotz der Imageschäden durch mehrere Insolvenzen läuft das Geschäft mit Mittelstandsanleihen weiter prächtig. Experten gehen davon aus, dass da sogar noch mehr geht. Höhere Transparenz soll vor Überraschungen schützen.

An der Deutschen Börse laufen Mittelstandsanleihen weiterhin gut. dpa

An der Deutschen Börse laufen Mittelstandsanleihen weiterhin gut.

FrankfurtDas Geschäft mit Mittelstandsanleihen wird nach Einschätzung der Deutschen Börse trotz der Imageschäden durch mehrere Insolvenzen an Bedeutung gewinnen. Das Interesse von Anlegern und Unternehmen sei ungebrochen, sagte die zuständige Börsen-Managerin Barbara Georg am Montag in Frankfurt. „Es ist noch einiges in der Pipeline.“ Falls es keine makroökonomischen Rückschläge gebe, werde das Geschäft mit Mittelstandsanleihen in diesem Jahr weiter zulegen. 2012 hat sich das Emissionsvolumen mehr als verdoppelt.

Die Deutsche Börse betreibt in Frankfurt seit zwei Jahren eine Plattform, auf der Unternehmensanleihen platziert und gehandelt werden können. An der Börse in Stuttgart, wo das Geschäft mit Mittelstandsanleihen im Mai 2010 erfunden wurde, sowie in Düsseldorf gibt es ähnliche Angebote. Das Geld kommt vor allem von institutionellen Kunden wie kleineren Vermögensverwaltern sowie von Privatanlegern. In Frankfurt, wo bisher 29 Anleihen notiert sind, ist mit dem Windkraft-Zulieferer SIAG bisher eine emittierende Firmen Pleite gegangen. An anderen Handelsplätzen gab es mehrere Ausfälle, weshalb Mittelstandsanleihen bei vielen Anlegerschützern in Verruf geraten sind.

Die Deutsche Börse will durch höhere Transparenz-Vorschriften böse Überraschungen verhindern, betont jedoch, dass die Gefahr einer Pleite bei kleinen Firmen per se größer ist als bei Großkonzernen. „Das Segment ist für Investoren, die Risiken verstehen und auch tragen können“, unterstrich Deutsche-Börse-Manager Alexander von Preysing. Für das Risiko würden die Geldgeber auch mit einem vergleichsweise hohen Zinssatz entschädigt - im Entry Standard der Deutschen Börse lag er in den vergangenen beiden Jahren im Schnitt bei 7,2 Prozent.

Deutschlands Kapitalvernichter (DSW Watchlist)

Platz 20: Commerzbank

Branche: Banken

Kursentwicklung (1 Jahr):  +6,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -69,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -93,2 Prozent

Quelle: DSW, Stichtag: 31.12.2012, Entwicklung im Fünfjahres-Zeitraum wird am stärksten gewichtet.

Platz 19: Gigaset

Branche: Telekommunikation

Kursentwicklung (1 Jahr):   -61,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -20,7 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -95,1 Prozent

Platz 18: Heidelberger Druckmaschinen

Branche: Industrie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -10,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -64,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -91,5 Prozent

Platz 17: Funkwerk

Branche: Kommunikationssysteme

Kursentwicklung (1 Jahr):   -27,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -60,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -87,0 Prozent

Platz 16: Fantastic Company

Branche: Fashion und Accessoires

Kursentwicklung (1 Jahr):  +53,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -83,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -99,2 Prozent

Platz 15: Asian Bamboo

Branche: Holzindustrie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -65,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -77,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -65,2 Prozent

Platz 14: Air Berlin

Branche: Verkehr

Kursentwicklung (1 Jahr):   -40,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -59,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -87,5 Prozent

Platz 13: Manz

Branche: Solartechnik

Kursentwicklung (1 Jahr):   -20,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -73,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -88,6 Prozent

Platz 12: Nordex

Branche: Windenergie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -25,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -71,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -90,5 Prozent

Platz 11: Sedo Holding

Branche: Internet

Kursentwicklung (1 Jahr):   -48,3 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -56,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -90,9 Prozent

Platz 10: Centrosolar Group

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -32,4 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -78,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -89,2 Prozent

Platz 9: Praktiker

Branche: Handel

Kursentwicklung (1 Jahr):  -20,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -84,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -94,0 Prozent

Platz 8: Wilex

Branche: Biotech

Kursentwicklung (1 Jahr):  -73,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -72,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -81,5 Prozent

Platz 7: Lloyd Fonds

Branche: Schiffbeteiligungen

Kursentwicklung (1 Jahr):  -48,9 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -71,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -96,6 Prozent

Platz 6: Conergy

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -19,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -91,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -99,3 Prozent

Platz 5: Sygnis Pharma

Branche: Biotech

Kursentwicklung (1 Jahr):  -38,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -89,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -93,0 Prozent

Platz 4: Zhongde Waste Tech

Branche: Maschinenbau

Kursentwicklung (1 Jahr):  -53,9 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -85,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -94,7 Prozent

Platz 3: Phoenix Solar

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -57,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -97,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -97,4 Prozent

Platz 2: Solarworld

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -68,4 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -93,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -97,5 Prozent

Platz 1: Centrotherm Photovoltaik

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -91,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -98,0 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -98,7 Prozent

Die großen Investmentbanken, die im Anleihenhandel gutes Geld verdienen und einen Großteil des Marktes beherrschen, müssen wegen des Angebots der Börsenbetreiber nicht zittern, wie von Preysing betonte. "Wir werden nichts ersetzen, sondern sehen das als ergänzendes Instrument." Große Investmentbanken platzieren und handeln Anleihen außerhalb regulierter Börsenplätze und konzentrieren sich auf größere Bonds. Auf der Plattform der Deutschen Börse liegt das durchschnittliche Emissionsvolumen bisher lediglich bei 32 Millionen Euro.

Für kleinere Firmen seien Mittelstandsanleihen als Alternative zu Bankkrediten interessant, betonte Karl Kuhlmann, der Vorstandschef von SAG Solarstrom. Der Solarkonzern hat mit zwei Bonds gut 40 Millionen Euro eingesammelt. Er hätte zu ähnlichen Konditionen auch Kredite bei den Banken aufnehmen könnten, betonte Kuhlmann - „aber durch die Anleihen konnten wir uns bei der Refinanzierung breiter aufstellen“.

Von

rtr

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