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02.01.2013

16:12 Uhr

Einigung im US-Haushaltsstreit

USA sorgen für euphorische Aktienmärkte

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat die Finanzmärkte erlöst. Die Börsen starten mit deutlichen Gewinnen ins Jahr. Der Dax steigt auf ein Fünfjahreshoch, auch der Euro klettert kräftig.

Wie war das vor einem Jahr? Der Dax knackte gleich am Nachmittag die 6000-Punkte-Marke. Daraus wurde bis zum Ende von 2012 ein Plus von rund 30 Prozent. dpa

Wie war das vor einem Jahr? Der Dax knackte gleich am Nachmittag die 6000-Punkte-Marke. Daraus wurde bis zum Ende von 2012 ein Plus von rund 30 Prozent.

FrankfurtDie europäischen Aktienmärkte haben im Lauf des Mittwochs ihre Kursgewinne ausgeweitet. Investoren reagierten auf die Einigung im US-Haushaltsstreit und auf stärkere Konjunkturdaten aus China vom Vortag. “Kurzfristig wird die Marktstimmung recht positiv bleiben, weil die Investoren glauben, dass die Fiskalklippe umschifft werden kann”, sagte Ben Kwong, Chief Operating Officer bei KGI Asia Ltd. in Hongkong. “Der chinesische Einkaufsmanagerindex ist ein weiterer Stimulus für den Markt.”

Der marktbreite Stoxx Europe 600 lag 1,9 Prozent im Plus und erreichte seinen höchsten Stand seit Ende Februar 2011. Der Dax legte gegenüber seinem letzten Schlusskurs vom 28. Dezember 2,2 Prozent zu und notierte bei 7.777 Punkten. Das sind die höchsten Notierungen seit Januar 2008, also seit rund fünf Jahren. Der Londoner FTSE 100 stieg um 2,3 Prozent auf 6.034 Zähler.

In den USA präsentierten sich die Börsen ebenfalls in blendender Verfassung. Der Dow Jones lag am Mittwoch 1,8 Prozent im Plus auf 13.334 Zähler, der S&P-500 notierte 1,9 Prozent fester auf 1.454 Zähler und die Technologiebörse Nasdaq verbuchte einen Aufschlag von 2,7 Prozent auf 2.732 Punkte.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Zu den Gewinnern im Dax zählten Banken und Autohersteller. Commerzbank AG war mit einem Kursplus von fünf Prozent stärkster Wert im deutschen Leitindex, Bayerische Motoren Werke gewannen vier Prozent, Volkswagen legten 4,2 Prozent und Deutsche Bank 4,3 Prozent zu. Einzige Kursverlierer im Dax waren K+S mit einem Minus von 0,1 Prozent.

Sämtliche Teilindizes des Stoxx 600 waren im Plus, angeführt von Rohstoffen und Automobil-Werten. Bester Einzelwert war Nokia Oyj mit einem Kursplus von 8,2 Prozent, größter Verlierer war Bankia SA mit minus 8,4 Prozent. Die Aktie der spanischen Großbank setzte damit ihren Absturz fort, nachdem sie am 28. Dezember aus dem spanischen Leitindex ausgeschlossen worden war.

Die Papiere von Arcelor-Mittal stiegen um 4,2 Prozent auf den höchsten Stand seit dem 17. April. Zuvor hatte eine Investorengruppe um China Steel Corp. und Posco die Übernahme eines 15-Prozent-Anteils an den kanadischen Bergwerken von Arcelor-Mittal vereinbart.

Der Euro legte ebenfalls zu und erreicht fast 1,33 Dollar. “Dies ist ein typischer Markt für höheren Risikoappetit, in dem Yen und Dollar verkauft werden”, sagte Satoshi Okagawa, Leitender Marktanalyst bei Sumitomo Mitsui Banking Corp. in Singapur. “Die Fiskalklippe liegt jetzt fürs Erste hinter uns”, fügte er an. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zunächst bei 1,3277 Dollar und später bei 1,3250 etwas höher gehandelt.

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Krasse Ausreißer in beide Richtungen haben die Börsianer überrascht.

Die Rohölmärkte sind mit einem kräftigen Plus ins neue Jahr gestartet. Auch Konjunkturdaten aus China vom Vortag wirkten dabei unterstützend: Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zeigte einen dritten Wachstums-Monat in Folge an.

“Nachdem der Deal durch ist, kommen Ölpreissteigerungen nicht überraschend”, sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets in Sydney. “Ein moderates Wachstum im chinesischen produzierenden Gewerbe ist klar erkennbar. Das wirkt sich unmittelbar auf die Ölnachfrage aus.” McCarthy erwartet, dass die WTI-Notierung im Januar auf 100 Dollar je Barrel steigen wird.

So legen die Deutschen ihr Geld an

40,55 Prozent

Die privaten Haushalte in Deutschland hatten Anfang 2012 ein Geldvermögen in Höhe von 4,8 Billionen Euro. Einen Großteil davon, 40,55 Prozent, haben sie in Bargeld und sonstigen Spareinlagen angelegt.

29,35 Prozent

Knapp 30 Prozent ihres Geldvermögens der privaten Haushalte besteht aus Ansprüchen gegenüber Versicherungen.

8,55 Prozent

Trotz des Risikos haben die Deutschen 8,55 Prozent ihres Geldvermögens in Investmentzertifikate angelegt.

6,87 Prozent

Knapp sieben Prozent des Geldvermögens der Deutschen besteht aus sonstigen Forderungen und Pensionsrückstellungen.

5,25 Prozent

In Aktien haben die privaten Geldhaushalte gerade mal 5,25 Prozent ihres Vermögens angelegt.

5,19 Prozent

Auch bei festverzinslichen Wertpapieren sind die Deutschen vorsichtig: Sie haben 5,19 Prozent ihres Geldvermögens in solche Papiere angelegt.

4,24 Prozent

Etwas mehr als vier Prozent des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland entfallen auf sonstige Beteiligungen.

Der Februar-Kontrakt für die Sorte WTI wurde am Mittwochmorgen mit 92,81 Dollar je Barrel um 1,1 Prozent höher gehandelt als am vorherigen Handelstag, dem 31. Dezember. Ein Barrel der europäischen Sorte Brent kostete am Terminmarkt 112,98 Dollar, 1,4 Prozent mehr als am Montag.

Kommentare (12)

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BerndM

02.01.2013, 10:30 Uhr

Was für ein Irrsinn. Irgendwie muß man sich fragen, was an solchen Nachrichten die USA oder auch Europa betreffend dazu führt, das Anleger Investieren? Ist doch wirklich erstaunlich. Wenn ich meiner Bank sagen würde, keine Angst, ich habe für die nächsten 2 Monate noch mal einen doofen gefunden der mich, trotz extremer überschuldung, finanziert, glaube ich nicht, das das zu großer Euphorie führen würde?

BringFrieden

02.01.2013, 11:20 Uhr

Solange dein Wirtschaftswachstum über der Zinskurve sich befindet, ist doch alles gut. Das nennt man Leverageeffekt.
Bricht der mal, dann tut mehrfach weh.

Plebs

02.01.2013, 14:35 Uhr

Die absolute Weltherrschaft des Neokeynesianismus besteht eben weiter. Bislang haben die Gelddrucker und "Deficit Spender", die "Assetinflationierer" und die "Bail Outer" eben keine gravierenden Fehler gemacht bzw. Widerstände rechtzeitig aus dem Weg geräumt, auch wenn es diesmal knapp war.
Die einzige wirkliche Gefahr für den Neokeynesianismus ist nur der Neokeynesianismus selbst: Eine Assetklasse nach der anderen wird zunächst aufgeblasen und dann, wenn sie platzt, irreparabel zerstört. Die Staatsanleihen waren das erste Opfer. Lebensversicherungen und Pensionskassen können ein Lied davon singen.
Immerhin kann man Staatsanleihen durch "QE" zu theoret. Maximalpreisen "einfrieren", was sie zu Zombies am Assetmarkt macht. Bei der nächsten im Feuer stehenden Anlageklasse, nämlich den Aktien, ist das unmöglich: Die gehen unweigerlich (mangels Alternativen) in den exponentiellen Anstieg über, mit KLVs, die gegen unendlich gehen...und brechen danach zusammen...Es sei denn, Bernanke und Co. tätigen Stützungskäufe für Aktien analog zu den Staatsanleihen. Kleines Problem: Die Folge wäre leider dann nicht Assetinflation sondern Hyperinflation, weil der Staat den (nominalen) Anstieg von Aktien garantieren würde sie aber real wertlos werden würden.

Aber DAS (Hyperinflation) ist ja das eigentliche Ziel ! Vollständige Entschuldung der USA, Ruin der Gläubiger und Hoffnung auf einen Neuanfang mit den (dann) billigsten Arbeitskräften der Welt: US Amerikanern !

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