Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.09.2016

14:15 Uhr

Eisenbahngesellschaft Kyushu

Japan plant den größten Börsengang

Mit den Verkäufen ihrer Unternehmen ermuntert die Regierung die Bürger, mehr von ihren Ersparnissen an der Börse zu investieren. Nun steht in Japan der weltweit zweitgrößte Börsengang auf der Tagesordnung.

Auch der Shinkansen (deutsche für neue Stammstrecke) wird von der japanischen Eisenbahngesellschaft Kyushu Railway betreiben. Der Name Shinkansen ist sowohl der Name des Streckennetzes  japanischer Hochgeschwindigkeitszüge als auch der Züge selbst. dpa

Shinkansen

Auch der Shinkansen (deutsche für neue Stammstrecke) wird von der japanischen Eisenbahngesellschaft Kyushu Railway betreiben. Der Name Shinkansen ist sowohl der Name des Streckennetzes japanischer Hochgeschwindigkeitszüge als auch der Züge selbst.

Japans Regierung plant den bisher größten Börsengang des Landes: Mit dem Verkauf der Anteile an der Eisenbahngesellschaft Kyushu Railway sollen umgerechnet mindestens 3,4 Milliarden Euro (392 Milliarden Yen) erzielt werden.

Dabei handelt es sich um eine komplette Veräußerung: Die Regierung bietet 160 Millionen Anteile zu einem vorläufigen Preis von 21,33 Euro (2450 Yen) pro Aktie. Das Börsenlisting ist für den 25. Oktober geplant.
Es ist gleichzeitig das weltweit zweitgrößte IPO in diesem Jahr. Nur der Börsengang der chinesischen Postsparkasse in Hongkong mit einem Volumen von umgerechnet 7,2 Milliarden Euro war 2016 größer.

Die Regierung wird die Preisspanne am 6. Oktober und den Endpreis am 17. Oktober festlegen. Line, Japans populärster Online-Nachrichtendienst, der einen IPO im Juni bekannt gegeben hatte, legte einen Indikativpreis von 2.800 Yen (24, 26 Euro) am Anfang vor. Der spätere Verkaufspreis lag bei 3.300 Yen (33,36 Euro) pro Stück.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

„Das wird ein großes Thema sein”, sagt Anleger Senri Sasahara, auch Vorstandsvorsitzender von Innovative Advisor, der das Unternehmen bei Übernahmen und Fusionen berät. „Kyushu ist ziemlich innovativ. Das wird von Anlegern geschätzt.“ Er denkt ebenfalls über den Kauf von Anteilen nach.

Eine Rekordzahl von Touristen in Japan profitiert von Unternehmen wie Kyushu, das neben einfachen Eisenbahnen auch Hochgeschwindigkeitszüge betreibt. Zudem unterhält es Hotels und Restaurants auf der gleichnamigen drittgrößten japanischen Insel. Das Hauptquartier liegt in Fukuoka, rund 890 Kilometer westlich von Tokio.

Mit den Verkäufen ermuntert die Regierung die Bürger, mehr von ihren Ersparnissen an der Börse zu investieren. Seit 1987 wurden Anteile an der Japan Post Holding, der Japan Post Bank und im vergangenen Jahr an der Japan Post Versicherung verkauft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×