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15.01.2010

11:45 Uhr

Ekkehard Wiek im Interview

„Die nächste China-Blase kommt bestimmt“

VonChristian Panster

Die Börse in Schanghai hat zuletzt eine rasante Rally hingelegt. Viele fragen sich, ob die Kurse nicht viel zu weit gelaufen sind. Worauf Anleger jetzt achten sollten - und warum Spekulationsblasen auch ihre guten Seiten haben. Ansichten eines Vermögensverwalters aus Singapur.

Ekkehard Wiek ist Vermögensverwalter in Singapur. Pressebild

Ekkehard Wiek ist Vermögensverwalter in Singapur.

Handelsblatt: Die Aktienkurse in China haben zuletzt kräftig zugelegt. Fondsmanager werden nicht müde, die Volksrepublik als El-Dorado für Anleger zu anzupreisen. Ist die Euphorie berechtigt?

Ekkehard Wiek: Wenn die Welt sich nicht dramatisch in eine andere Richtung verändert, wird China ihr wirtschaftlich in den kommenden Dekaden den Stempel aufdrücken. Dies schafft ein außergewöhnliches Entwicklungspotential für viele Unternehmen und sorgt damit für Phantasie an der Börse.

Also alles gut?

Es gibt natürlich Risiken, politischer oder sozialer Art. Die sind so groß, auch starke Fundamente erschüttern oder gar stürzen zu können. Und es gibt empirische Untersuchungen, die belegen, dass hohes Wirtschaftswachstum eines Landes oder einer Region kein Garant für überdurchschnittliche Börsenentwicklungen sind. Demnach waren Aktienmärkte mit geringerem Wirtschaftswachstum häufig besser. Kein Grund zur Euphorie also, sondern eher zu kontrolliertem Optimismus.

Einige Börsenkenner warnen vor der nächsten China-Blase. Was meinen Sie?

Ich bin sicher, dass die nächste Blase kommen und auch platzen wird. Das Ständige Auf und Ab, ein Übertreiben zwischen Euphorie und Gier auf der einen sowie Angst und Panik auf der anderen Seite liegt in der Natur der meisten Aktienmärkte. Für den chinesischen gilt dies ganz besonders. Allerdings können solche Übertreibungen durchaus mehrere Jahre anhalten. Den erfolgreichsten Anleger gelingt es, auf solchen Blasen möglichst lange zu reiten und dann den Absprung zu schaffen, ehe es wieder kräftig nach unten geht.

Wie schätzen Sie die volkswirtschaftliche Situation Chinas ein - ist das Wachstum tatsächlich so robust, wie es scheint? Oder droht der Rückschlag, wenn die Konjunkturprogramme auslaufen?

Man muss immer vorsichtig in der Bewertung staatlicher Zahlen für China sein. Derzeit scheint das Wachstum allerdings schon wieder sehr robust und nachhaltig zu sein. Es zeichnet sich sogar ab, dass die Regierung durch Entziehen von Liquidität aus dem Markt etwas Dampf herausnehmen will. Manche Analysten erwarten 2010 bereits wieder ein Wachstum des Bruttosozialprodukts von über zehn Prozent.

Kommentare (2)

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Martin Sautter

15.01.2010, 15:06 Uhr

Vergleicht man den Shangahi A indexes mit dem TechDax kann man auch von einer deutschen Technolgie blase sprechen. De TechDax schlägt in seiner Entwicklung zur Zeit jede andere Entwicklung.

rainer repke

16.01.2010, 05:16 Uhr

Schwer zu sagen. ich lebe seit ueber 2o Jahren in Asien und habe Aufs- Abs- Seitwaerts in all diesen Laendern erlebt, genossen, bedauert. Ebenso wie in Europa und den USA plus ein paar andere.

im Grunde laufen die boersen nach gleichem Muster. Nur bei Neukommern sind die Ausschlaege staerker. Wenn man sein Timing hinkriegt, kann man in aufsteigenden Laendern gut verdienen. Wenn. Das Problem ist eben doch, dass man mangels information, Sprachbariere, andere bedeutung gleicher Worte, voellig anderer Dynamik, anderer Kultur (so sieht ein inder eine boerse mit ganz anderen Augen, als ein Deutscher und handelt ganz anders), mangelnde Transparenz (bilanzen, Konsoldierung), anderes, oft nicht angewendetes Rechtssystem, etc.etc. Man muss schon echte gute Freunde dort haben um mitmachen zu koennen.

imvestmentfonds: Mag ich nicht. Man zahlt zu viel fuer zuwenig Transparenz. in 4o Jahren haben ich mit keinem Fonds mehr verdient, als mit gut ausgesuchten Einzelwerten. Und bei den Fonds weiss doch niemand, wer wen beeinflusst, kontrolliert, manipuliert. ich denke, wenn ich meine dass ein boerse Potential hat, dann kaufe ich Einzelwerte und gehe davon aus, dass die Fonds den Markt schieben und mich auch. Das ist billiger. Wenns klappt.

Wie bin ich angelegt: immobilien (Australien), 3 Jahres industrieanleihen bester bonitaet in verschiedenen Waehrungen, ca 1o% Aktien, Deutschland, USA, Japan. Z.Zt.15% cash, wir wissen nicht, ob die boersen halten..... Nix da Staatsanleihen. Die sind doch alle Pleite.

Es gruesst
Euer
Rainer

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