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22.09.2016

22:55 Uhr

Energiekonzern

RWE nennt Details für Innogy-Börsengang

RWE treibt den geplanten Börsengang der neuen Tochter Innogy weiter voran: Der Energieriese hat nun die Preisspanne für die Unternehmensaktien festgelegt. Bis zu fünf Milliarden Euro sollen eingenommen werden.

Innogy ist Resultat des RWE-Konzernumbaus: Die Gesellschaft beinhaltet die Geschäfte für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb. dpa

RWE-Tochter Innogy

Innogy ist Resultat des RWE-Konzernumbaus: Die Gesellschaft beinhaltet die Geschäfte für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb.

EssenDer Energiekonzern RWE treibt den Börsengang seiner neuen Großtochter Innogy weiter mit Vollgas voran. Am Donnerstag legte das Unternehmen die Preisspanne für die Aktien auf 32 bis 36 Euro je Stück fest.

Wie Eon spaltet auch RWE seine Geschäfte und wagt einen radikalen Umbau: Während Eon Ökoenergien, das Netzgeschäft sowie Kundenlösungen im Hauptkonzern behält und die Kraftwerke in der Tochter Uniper an die Börse bringt, macht es RWE umgekehrt: Großkraftwerke und Handel bleiben in der „alten“ RWE. Die Erneuerbaren, Netze und Vertrieb kommen in den Ableger Innogy.

Angeboten werden sollen gut 55,55 Millionen neue Aktien aus einer Innogy-Kapitalerhöhung. Zudem sollen Aktien aus dem Bestand einer RWE-Tochter im Volumen von bis zu insgesamt 83,3 Millionen angeboten werden. Das Basisvolumen liege hier bei 45,45 Millionen Aktien.

Innogy-Werbung: Grüne Tochter provoziert RWE

Innogy-Werbung

Grüne Tochter provoziert RWE

Innogy, die neue „grüne“ Tochtergesellschaft von RWE, will sich mit einer aufwändigen Werbekampagne vom Mutterkonzern emanzipieren. Ein spezieller Slogan ist aber fast schon zynisch – und bringt Klimaschützer in Rage.

Die Innogy-Titel sollen laut früheren Angaben in Deutschland und Luxemburg angeboten werden. Zudem sind Privatplatzierungen bei Investoren in weiteren Ländern vorgesehen. Das Gesamtvolumen der Platzierung liegt bei bis zu fünf Milliarden Euro. Vorab haben institutionelle Investoren sich ein Volumen von 940 Millionen Euro gesichert.

RWE will auch langfristig die Mehrheit an der Tochter halten und von deren Dividende profitieren. Geplant ist eine Ausschüttungsquote von 70 bis 80 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Bei Innogy werden nach Abschluss der Umstrukturierung voraussichtlich rund 40.000 der insgesamt rund 60.000 Mitarbeiter des RWE-Konzerns beschäftigt sein. Entsprechend der jetzigen Aufteilung hätte die Tochter für das Jahr 2015 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro verbucht, der gesamte RWE-Konzern inklusive Tochter hatte sieben Milliarden gemeldet. Für das laufende Jahr strebt der Gesamtkonzern ein Ebitda von 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro an.

Von

dpa

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