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27.07.2012

17:36 Uhr

Energiekonzerne

Ratingagenturen stufen RWE und Eon runter

Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch haben am Freitag die Kreditwürdigkeit von RWE heruntergestuft. S&P stufte zudem Eon wegen vergleichsweise geringer Margen im Stromgeschäft um eine Stufe zurück.

Eon wurde von S&P herabgestuft. dpa

Eon wurde von S&P herabgestuft.

DüsseldorfDie beiden größten deutschen Energiekonzerne Eon und RWE sind erneut ins Visier der mächtigen Ratingagenturen geraten. Standard & Poor's und Fitch stuften am Freitag die Kreditwürdigkeit von RWE herunter. Standard & Poor's strafte zudem Eon ab. Den Versorgern machen geringe Margen im Stromgeschäft zu schaffen.

Zudem müssen sie hohe Einbußen durch den beschleunigten Atomausstieg in Deutschland hinnehmen. Der Verkauf von Beteiligungen soll Milliardensummen in die klammen Kassen spülen. Darüber hinaus wollen sie die Kosten senken und tausende Stellen streichen. Ein schlechteres Rating kann die Finanzierung für die Konzerne verteuern.

Standard & Poor's stufte das Rating von RWE um eine Stufe auf „BBB+" von „A-" und Fitch auf „A-" von „A" zurück. Die Profitabilität des Konzerns sei schwach, die Marktbedingungen blieben schwierig und der Verkauf von Beteiligungen habe nur begrenzte Ergebnisse erzielt, erklärten die Experten von Standard & Poor's.

Fitch verwies auf die hohen Schulden und die Belastungen durch Rückstellungen für den Abriss von Atomkraftwerken und die Entsorgung. Das Marktumfeld für die Stromproduktion in Deutschland sei schwierig. Zudem benötige RWE für seine Kohlekraftwerke viele Verschmutzungsrechte, die die Versorger in der EU ab 2013 komplett erwerben müssen.

Die Kreditwürdigkeit von Eon schraubte Standard & Poor's auf „A-/A-2" von „A/A-1" zurück. Der Versorger werde in den kommenden Jahren seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber 2011 wohl etwas nach oben schrauben können. Die Größenordnungen aus den Jahren zuvor werde Eon aber zumindest mittelfristig verfehlen.

RWE bemühte sich derweil, Zweifel an seiner Kreditwürdigkeit zu zerstreuen. Der Konzern bekräftigte, den Verkauf von Beteiligungen weiter voranzutreiben und die Investitionen zu kürzen. 2013 sollen die Ausgaben in Sachanlagen bei höchstens fünf Milliarden Euro liegen, in den darauffolgenden Jahren bei je vier bis fünf Milliarden.

Zudem will RWE bis 2014 zusätzlich eine Milliarde Euro sparen. Der Versorger stärke damit seine Finanzkraft, sagte Finanzchef Rolf Pohlig am Freitag. „Dadurch sehen wir RWE gut aufgestellt, um jederzeit zu attraktiven Konditionen Zugang zum Anleihemarkt zu haben. Wir gehen davon aus, dass dies auch nach der heutigen Entscheidung von Standard & Poors so bleibt."

Von

rtr

Kommentare (2)

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pekrop09

27.07.2012, 18:30 Uhr

Wie lange soll eigentlich die Hexenjagd noch weiter gehen, die die - drei allesant amerikanischen - Ratingagenturen auf Europas Staaten und Unternehmen veranstalten? Wie lange sollen diese Unternehmen, die 2008 die weltweite Finanzkrise selbst mit verursacht haben, indem sie Schrottpapieren die höchste Wertstufe AAA verliehen, weiter ihr Unwesen treiben? Warum hat sich die US-Staatsanwaltschaft nicht mit diesen unverantwortlichen Machenschaften beschäftigt? Warum wurde dies alles unter den Teppich gekehrt? Welch verheerende Rolle diese Ratingagenturen Standard & Poors, Moody's und Fitch spielen, hat der Schweizer Volkswirtschafts-Professor Manfred Gärtner von der Uni St. Gallen jetzt in einer Studie deutlich gemacht. Schluss jetzt mit dem schmutzigen Spiel auf Kosten des Euro. Hier ist jetzt die Politik gefragt. Wozu wählen wir denn diese Herrschaften?!

Oeconomicus

28.07.2012, 00:00 Uhr

@pekrop09

Hier gibt es vermutlich einige Antworten auf Ihre Fragen

http://www.fortunanetz.de/kbeobacht/2012/Januar/Jan16.php

http://www.fortunanetz.de/kbeobacht/2012/Januar/Jan22.php

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