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26.01.2005

06:00 Uhr

Energieversorger MVV schiebt Kapitalerhöhung vor sich her

Prinzip Hoffnung

VonPatrick Mönnighoff

Rudolf Schulten, Vorstandschef des Mannheimer Energiekonzerns MVV, hat große Ziele: Der bundesweit sechstgrößte Stromversorger will sich aufs Kerngeschäft besinnen und mit einer Flotte kleinerer Stadtwerke den Großkonzernen Paroli bieten. Anleger, die bei derart verheißungsvollen Worten auf satte Kursgewinne hoffen, werden jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Denn Klappern gehört bei MVV zum Handwerk.

HB DÜSSELDORF. So hatte bereits der ehemalige Vorstandschef Roland Hartung große Ziele: nach Osteuropa expandieren, alternative Energien für Privatleute oder Internetanschlüsse über das Stromnetz anbieten. All dies sollte Konzernumsatz und Aktienkurs ordentlich ankurbeln – viele Pläne, die wenig einbrachten.

Geld verdient das Unternehmen vor allem mit dem Kerngeschäft. Schulten hat das erkannt und gleich nach seinem Amtseintritt vor anderthalb Jahren Konsequenzen gezogen. Unrentable Aktivitäten seines Vorgängers wie das Internetgeschäft oder die erneuerbaren Energien wurden abgeschrieben.

Allein die Hoffnung auf die noch immer ausstehende Kapitalerhöhung und dem damit verbundenen zweiten Börsengang könnte sich auch unter dem neuen Chef erneut in Luft auflösen. Zwar will der Vorstand sich auf der nächsten Hauptversammlung am 4. März eine Kapitalerhöhung um 30 Prozent des Grundkapitals genehmigen lassen. Wann diese Pläne jedoch Realität werden, will niemand sagen. „Dazu fehlt noch die richtige Investitionsmöglichkeit“, wird es wohl auch auf der heutigen Bilanz-Pressekonferenz heißen – wie schon seit Jahren. Bereits vor drei Jahren war eine Kapitalerhöhung um zehn Prozent abgenickt worden, die letztes Jahr auf 20 Prozent erhöht wurde. Bislang blieben es Vorratsbeschlüsse.

Dabei würde der zweite Börsengang nicht nur Geld für weiteres Wachstum durch Übernahmen in die Kasse spülen. Auch der Streubesitz würde deutlich steigen. Momentan liegt dieser nur knapp über zwölf Prozent und damit wie ein Deckel auf dem Kurs.

Komplett abschreiben sollten Anleger den Anteilsschein allerdings nicht. Denn in den vergangenen Jahren lag die Dividendenrendite mit rund fünf Prozent deutlich über der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen. Und daran wird sich auch in den kommenden Jahren kaum etwas ändern, sagen Experten. Dafür werde schon allein die Stadt Mannheim als Großaktionär sorgen.

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