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20.04.2011

12:40 Uhr

Entspannung am Rentenmarkt

Spanien stockt erfolgreich Anleihen auf

VonLaura de la Motte

Die befürchtete Kettenreaktion der Umschuldungsdiskussion um Griechenland auf Spanien bleibt aus. Zwar mussten die Iberer für neue Anleihen wieder ein bisschen mehr Rendite bieten. Die Nachfrage der Investoren war dennoch hoch.

Spanien hat weiter Zugang zum Kapitalmarkt. Quelle: dpa

Spanien hat weiter Zugang zum Kapitalmarkt.

FrankfurtSpanien genießt weiterhin das langfristige Vertrauen der Investoren. Die staatliche Schuldenagentur hat am Vormittag neue Anleihen im Wert von 3,4 Milliarden Euro verkauft. Die Nachfrage nach den Titeln war dabei höher als bei der vorhergehenden Auktion und das, obwohl die Märkte seit Ende letzter Woche von der Umschuldungsdiskussion um Griechenland belastet werden.

Wie die Schuldenagentur mitteilte, wurde die zehnjährige Anleihe um 2,49 Milliarden Euro aufgestockt. Im Durchschnitt verlangten die Investoren dafür eine Rendite von 5,472 Prozent, nachdem sie sich bei der vorhergehenden vergleichbaren Auktion am 17. März noch mit 5,162 Prozent begnügt hatten. Insgesamt überstiegen die Gebote die angebotenen Anleihen um das 2,1-fache, beim letzten Mal war sie nur 1,8-fach überzeichnet. Eine 13-jährige Anleihe wurde ebenfalls aufgestockt – um 885 Millionen Euro, zu einer Durchschnittsrendite von 5,667 Prozent. Hier war die Nachfrage 2,3-mal so hoch wie das Angebot.

Die diesmal geforderte Rendite für die zehnjährige Anleihe lag noch knapp unter dem Wert von 5,5 Prozent, zu dem die bisher Bonds derzeit im Markt gehandelt werden, was als gutes Zeichen gewertet wird. Obwohl die Refinanzierungskosten für Spanien wieder nah an einem Dreimonatshoch liegen, ist der Abstand zu zehnjährigen Bundesanleihen von 223 Basispunkten auf 219 Basispunkte gesunken. Damit ist liegt der Risikoaufschlag immer noch deutlich über dem Wert 15 Basispunkten in der ersten Dekade der Währungsunion, aber auch weiter unter seinem Rekordhoch von 298 Basispunkten im November 2010. Damals schlüpfte Irland unter den Rettungsschirm und die Märkte spekulierten, dass Spanien bald folgen könnte.

Spanien versucht sich derzeit vom hochverschuldeten Griechenland zu distanzieren. Nachdem an den Märkten die Wetten auf eine Umschuldung griechischer Staatsschulden zugenommen haben, schossen die Renditen für zweijährige Helenen-Anleihen auf über 20 Prozent. Die Prämien zur Absicherung eines Ausfalls (CDS) der Anleihen kletterten ebenfalls auf neue Höchststände. Derzeit müssen Investoren 127100 Euro zahlen um einen griechischen Bond im Wert von einer Million Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren abzusichern. Die Absicherung für Portugal, Spanien und Irland dagegen verbilligte sich leicht.

Spaniens Finanzministerin Elena Salgado spielte die hohen Refinanzierungskosten ihres Landes herunter und sagte gestern: „Die Fundamente der spanischen Wirtschaft sind unverändert stabil. Und das ist es, was für die Märkte auf lange Sicht wirklich zählt.“ Das Land werde sein Sparprogramm weiter fortsetzen und höhere Eigenkapitalanforderungen bei den spanischen Banken durchsetzen.

Portugal begibt Geldmarktpapiere

Auch Portugal sammelte heute frisches Geld bei Investoren ein. Für Sechsmonatspapiere im Wert von 320 Millionen Euro mussten die Portugiesen Anlegern 5,529 Prozent Rendite bieten. Die Auktion war 3,7-fach überzeichnet. Vor zwei Wochen lockten ähnliche Papiere nur 2,3-mal so viele Gebote an bei einer Rendite von 5,117 Prozent. Ein weiteres Paket von Dreimonatspapieren ging für 4,046 Prozent an die Investoren, wobei die Emission zweifach überzeichnet war.

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