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20.01.2005

21:31 Uhr

Enttäuschende Firmen-Ausblicke belasteten

Wall Street geht mit Verlusten aus dem Handel

An den US-Börsen ist es nach einer kurzen Zwischenerholung am Donnerstagvormittag (Ortszeit) mit den Kursen wieder abwärts gegangen. Vorübergehend hatten die Aktien von der Konjunkturseite Unterstützung erhalten.

HB NEW YORK. Bereits am Vortag hatten die US-Aktienmärkte wegen schwacher Quartalsergebnisse und Ausblicke mit deutlichen Einbußen geschlossen. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Standardwerte verließ den Handel 0,65 Prozent niedriger mit rund 10.471 Zählern. Im Geschäftsverlauf hatte er sich zwischen einem Hoch von 10.546 und einem Tief von 10.457 Punkten bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,78 Prozent auf etwa 1175 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte sogar um 1,34 Prozent auf rund 2045 Punkte ab.

"Die schlechten Nachrichten von Ebay und Qualcomm gestern Abend sind wie ein Weckruf für die Investoren. Diese werden möglicherweise beginnen, ihre Portfolios zu bereinigen", sagte Steve Goldman, Marktstratege bei Weeden & Co. Tim Ghriskey von Solaris Asset Management fügte hinzu: "Der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia ist ein weiterer Beleg dafür, warum der Markt in diesem Jahr so schwach ist und warum wir diese Korrektur haben". Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia sank im Januar überraschend auf den niedrigsten Stand seit 18 Monaten.

Das Internetauktionshaus Ebay hatte nach dem am Vortag nach Börsenschluss vorgelegten Quartalsbericht zwar Umsatz und Gewinn im vierten Quartal kräftig gesteigert, damit aber die Erwartungen von Analysten verfehlt. Die Anleger reagierten darauf mit dem Verkauf ihrer Aktien und ließen den Kurs damit um mehr als 19 Prozent auf 83,33 Dollar absacken. Wegen eines schwachen Ausblicks auf das zweite Quartal verloren die Investoren auch das Interesse an den Papieren des Mobilfunkzulieferers Qualcomm. Diese verloren mehr als acht Prozent auf 37,78 Dollar. In den Sog gerieten im Geschäftsverlauf auch andere Technologie- und Internetwerte, wie die des Interneteinzelhändlers Amazon, die gut 3,6 Prozent auf 42,36 Dollar einbüßten, sowie die Titel des Internet-Suchmaschinenbetreibers Google, die rund 1,7 Prozent auf 193,92 Dollar abgaben.

May-Aktien gewannen neun Prozent hinzu

Belastet wurde die Stimmung Händlern zufolge zudem von einem schwachen Ergebnis des US-Autokonzerns Ford in dessen Kernmarkt USA. Die Aktien wurden mit 13,46 Dollar um fast 3,4 Prozent niedriger angeschrieben. Auch die angeschlagene US-Fluggesellschaft Delta trug nicht zur Aufhellung der Stimmung bei. Hohe Treibstoffkosten und niedrige Ticketpreise ließen den Verlust weiter anwachsen und trieben den Aktienkurs nahezu zehn Prozent nach unten auf 5,37 Dollar. Dagegen weckte ein Bericht des "Wall Street Journal" über vorläufige Fusionsgespräche der Einzelhandelskonzerne Federated Department und May Department Stores das Interesse der Investoren. Die Federated-Titel verloren wegen erwarteter Übernahmekosten gut drei Prozent auf 55,31 Dollar, während der Kurs der May-Aktien um mehr als neun Prozent auf 34,25 Dollar in die Höhe schnellte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,69 Milliarden Aktien den Besitzer. 1044 Werte legten zu, 2245 gaben nach und 184 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,2 Milliarden Aktien 994 Werte im Plus, 2155 im Minus und 144 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 3/32 auf 100-22/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,161 Prozent. Die 30-jährigen Bonds notierten unverändert mit 110-26/32 Zählern und einer Rendite von 4,654 Prozent.

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