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11.06.2013

12:47 Uhr

Enttäuschte Investoren

Anleger lassen Finger von Euro-Staatsanleihen

Die Anleger haben auf noch mehr Geld von der Bank of Japan gehofft – und wurden enttäuscht. Anleger machen einen Bogen um Bundesanleihen. Für die Anleihen der Krisenstaaten geht es noch stärker abwärts.

Für deutsche und griechische Staatsanleihen geht es abwärts. dpa

Für deutsche und griechische Staatsanleihen geht es abwärts.

FrankfurtDie Anleger haben am Dienstag einen großen Bogen um europäische Staatsanleihen gemacht. Davon waren nicht nur die spanischen und italienischen Papiere betroffen. Auch die deutschen Bundesanleihen wurden gemieden, so dass die Renditen auf breiter Front anzogen. Der Bund-Future rutschte um bis zu 51 Ticks auf 142,34 Zähler ab und notierte damit so niedrig wie seit Anfang März nicht mehr. „Die Entscheidung der BoJ, vorerst keine zusätzlichen quantitativen Maßnahmen zu beschließen, hat einige enttäuscht“, sagte ein Händler. Viele Anleger hätte dies daran erinnert, dass die Geldschleusen der Notenbanken nicht ewig so weit geöffnet bleiben könnten. „Daher haben viele wieder den 'Risiko-Off'-Modus eingeschaltet.“

Zuvor hatte die Bank of Japan (BoJ) ihre Geldpolitik unverändert belassen und damit Hoffnungen von Anlegern enttäuscht, sie würde etwas gegen den jüngsten Anstieg der japanischen Anleiherenditen mit ihrem konjunkturbremsenden Auswirkungen unternehmen. Ohnehin nehmen die Spekulationen wieder zu, dass die USA bald ihre Wertpapier-Käufe drosseln und damit die Notenbankpresse etwas langsamer rotieren lassen könnten. Zudem sorgte die Verhandlung über Klagen gegen das Anti-Krisenprogramm der EZB vor dem deutschen Bundesverfassungsgericht für Nervosität.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Dies drückte vor allem die Kurse der Staatsanleihen einiger Euro-Sorgenkinder. So zogen die Renditen der zehnjährigen portugiesischen, spanischen, irischen und griechischen Anleihen besonders deutlich an. Aber auch die entsprechenden österreichischen, niederländischen und deutschen Anleihen gerieten unter Druck. Die Rendite der letzteren kletterten auf 1,58 von 1,55 Prozent.

Kommentare (1)

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Micha

11.06.2013, 13:20 Uhr

Niedrigere Zinsen für Deutsche Anleihen geht ja wohl nicht. Unter Berücksichtigung der Inflation und der Steuer kann man das Geld gleich unter das Kopfkissen legen. Steigende Zinsen führen dann auch noch zu deutlichen Kursverlusten, je länger die Restlaufzeit ist. Warum also noch Deutsche Staatsanleihen kaufen? Entweder werden sie von der Inflation aufgefressen oder es drohen Kursverluste.

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