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03.12.2013

19:40 Uhr

Erfolg für Krisenland

Portugal verlängert Schuldfälligkeit

Portugal will im Juni den EU-Rettungsschirm verlassen: Dafür verlängert das Euro-Krisenland die Fälligkeit von Staatsanleihen für mehrere Milliarden. So geht der Refinanzierungsbedarf des Landes deutlich zurück.

Das portugiesische Parlament in Lissabon. Das Land ist auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit. dpa

Das portugiesische Parlament in Lissabon. Das Land ist auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit.

LissabonWichtiger Erfolg für Portugal auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit: Das Euro-Krisenland verlängerte die Fälligkeit von Staatsanleihen im Gesamtwert von 6,642 Milliarden um rund drei Jahre. Wie die nationale Schuldenagentur IGCP am Dienstag in Lissabon mitteilte, wurden Schuldtitel mit Laufzeiten bis Juni 2014, Oktober 2014 und Oktober 2015 in Anleihen umgewandelt, die erst im Oktober 2017 sowie im Juni 2018 fällig werden.

Damit geht der Refinanzierungsbedarf des Landes, das im Juni den EU-Rettungsschirm verlassen soll, deutlich zurück. Nach der gelungenen Transaktion muss Portugal 2014 und 2015 statt rund 27 nur noch gut 20 Milliarden Euro tilgen. Dafür wird die Last 2017 und 2018 größer. Die Gläubiger, die den Deal und längere Laufzeiten akzeptierten, dürfen sich unterdessen über höhere Renditen freuen. Die Anleihen mit Laufzeit bis 2018 werfen 4,87 Prozent ab, im Vergleich zu 3,22 Prozent bei den Papieren mit Fälligkeit 2015.

Filipe Silva von der Investmentbank Banco Carregosa bezeichnete die Transaktion als „gutes Geschäft“ für Portugal. „Man kann denken, es sei negativ, dass nur rund ein Viertel aller Halter von Anleihen mit Fälligkeiten 2014 und 2015 auf den Vorschlag eingegangen sind, aber Portugal spart sich so sechs neue Anleiheausgaben“, sagte er.

Portugals Reformbilanz in Zahlen.

Portugals Reformbilanz in Zahlen.

Mit einem 78 Milliarden Euro schweren Hilfspaket hatten die EU und der Internationale Währungsfonds Portugal 2011 vor einem drohenden Bankrott bewahrt. Das Land verpflichtete sich im Gegenzug zu einem strengen Sanierungsprogramm. Für 2014 wurde jüngst im Parlament der härteste Sparetat seit 1977 verabschiedet. Vorgesehen sind Sparanstrengungen von 3,9 Milliarden Euro oder 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Inzwischen steuert Portugal mit Rekord-Arbeitslosigkeit bereits auf das dritte Rezessionsjahr in Folge zu.

Von

dpa

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