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20.12.2011

15:19 Uhr

Erfolgreiche Auktion

Spanien sorgt für Entspannung am Rentenmarkt

Die hohe Nachfrage und der deutliche Rendite-Rückgang bei der Emission spanischer Anleihen hat am Dienstag die Stimmung an den europäischen Bond-Märkten aufgehellt.

Euro-Münzen der Länder Italien, Spanien, Portugal, Irland und Griechenland (l-r). dpa

Euro-Münzen der Länder Italien, Spanien, Portugal, Irland und Griechenland (l-r).

FrankfurtDie hohe Nachfrage und der deutliche Rendite-Rückgang bei der Emission spanischer Anleihen hat am Dienstag die Stimmung an den europäischen Bond-Märkten aufgehellt. „Dies ist eine weitere eindrucksvolle Auktion und ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, sagte Rentenmarkt-Experte Nicholas Spiro vom Anlageberater Spiro Sovereign Strategy. „Spanien ist aber alles andere als über den Berg. Die Wirtschaft liegt immer noch am Boden und es drohen weitere Rating-Herabstufungen.“

Spanien sammelte mit drei- und sechsmonatigen Papieren 5,6 Milliarden Euro bei Investoren ein - rund eine Milliarde mehr als geplant. Das Volumen der Gebote war rund drei Mal so hoch. Gleichzeitig halbierten sich die Renditen im Vergleich zu den vorangegangenen Auktionen. 

Die Renditen der bereits gehandelten, richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen Spaniens und auch Italiens gingen daraufhin auf 5,126 beziehungsweise 6,651 Prozent zurück. Auch französische und belgische Titel waren gefragt. Im Gegenzug zogen sich einige Investoren aus Bundesanleihen zurück. Der Bund-Future verlor 54 Ticks auf 137,85 Punkte.

Einige Börsianer hofften, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Sie setzten darauf, dass Banken einen Teil der von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen eines Drei-Jahres-Tenders zur Verfügung gestellten Liquidität in die relativ hoch verzinsten Anleihen von Italien, Spanien & Co. stecken. „Der eine oder andere wird die zusätzliche Liquidität sicher dazu nutzen“, sagte ein Händler. „Man darf dabei aber nicht vergessen, dass diese Maßnahmen Zeichen einer Krise sind. Denn die Kluft zwischen den Banken, die mit dem Rücken zur Wand stehen und denen, die noch relativ gut dastehen, wird immer größer.“

Die Banken der Euro-Zone müssen nach Reuters-Daten 2012 insgesamt etwa 725 Milliarden Euro refinanzieren. Davon sind 282 Milliarden Euro bereits im ersten Quartal fällig.

Der Euro profitierte neben der starken spanischen Anleihe-Emission auch vom überraschenden Anstieg des Ifo-Index und kostete mit 1,3068 Dollar gut einen halben US-Cent mehr als zum New Yorker Vortagesschluss. Das Stimmungsbarometer stieg auf 107,2 Punkte von 106,6 Zählern im Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 106,1 Zähler gerechnet. „Ein versöhnliches Jahresende“, sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. „Die Zahlen stimmen zuversichtlich, dass die deutsche Konjunktur nicht wegbricht. Das erste und zweite Quartal 2012 werden zwar sicher schwach, aber wir gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf wieder Fahrt aufnimmt.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.12.2011, 17:42 Uhr

Wie man doch verarscht wird. Es wirkt die EZB-Bazooka... hier steht, wie das funktioniert:
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/34015/
Der deutsche Wohlstand wird geplündert für ein "politisches Projekt", das noch nicht mal funktionieren kann. Widerlich!

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