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30.01.2008

08:54 Uhr

Erholung erwartet

Kurse der US-Aktien haben ihren Boden nahezu erreicht

VonMichael Riesner (Leiter der Technischen Analyse bei der UBS)

Die gute Nachricht zu Beginn des aktuellen Börsenjahres war, dass es eigentlich kaum noch schlimmer werden konnte. So erwischte der US-Markt einen historisch schlechten Start. Die Chartanalyse des S&P 500 gibt nun jedoch Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Zu Jahresbeginn ging es an den US-Börsen, wie hier der New Yorker Wall Street, rapide bergab. Doch die Talsohle scheint erreicht. Foto: Archiv

Zu Jahresbeginn ging es an den US-Börsen, wie hier der New Yorker Wall Street, rapide bergab. Doch die Talsohle scheint erreicht. Foto: Archiv

ZÜRICH. Der Start in das Börsenjahr 2008 wird in den Geschichtsbüchern mit hoher Wahrscheinlichkeit für lange Zeit einen bleibenden Platz einnehmen. Mit der Korrektur der zurückliegenden Wochen hat der US-Aktienmarkt den schlechtesten Start in seiner langen Historie hingelegt.

Von seinem Allzeithoch am 11. Oktober vergangenen Jahres hat der S&P-500-Index knapp 20 Prozent verloren, was der offiziellen Definition eines Bärenmarktes sehr nahe kommt. Da mit Banken, Konsum, Halbleitern und generell den zyklischen Sektoren eine ganze Reihe von wichtigen Sektoren bereits seit längerem mehr als 20 Prozent von ihren vorherigen Hochs verloren haben, ist der US-Aktienmarkt objektiv gesehen bereits seit dem vierten Quartal in einer Baisse. Den letzten Stein in der Beweiskette dürfte der Ausverkauf der letzten beiden Wochen geliefert haben.

Tatsache ist, dass so gut wie alle wichtigen Marktindizes große Topformationen vollendet haben. Damit ergibt sich vor allem für die Breite des Marktes kein gutes Bild. Fakt ist allerdings auch, dass die Märkte und vor allem so wichtige Sektoren wie zum Beispiel die Banken mittlerweile historisch überverkauft sind. Das bietet die Chance, dass sie das meiste der aktuellen Abwärtsbewegung bereits hinter sich haben.

Ein weiteres Indiz dafür ist die Tatsache, dass in der vergangenen Woche eine massive Zunahme neuer 52-Wochen-Tiefstände an der New Yorker Börse zu beobachten war. Ähnliche Dimensionen hatte ein Ausverkauf in der Vergangenheit typischerweise immer dann, wenn der Boden nahezu erreicht war.

Trotz der Topformationen in den Charts geht wir von der UBS davon aus, dass der US-Aktienmarkt mit dem jüngsten, scharfen Einbruch den größten Teil der aktuellen Baisse hinter sich gebracht hat. Für die kommenden Wochen dürfte eine volatile Bodenbildungsphase zu erwarten sein, in der neue Tiefstände - beim S&P 500 wären das rund 1 250 Punkte - nicht ausgeschlossen werden können. Zyklisch gesehen, ist vor allen gegen Ende des ersten Quartals von einem weiteren Test der bisherigen Tiefstände auszugehen.

Wichtig ist festzuhalten, dass der Boden, der sich in den kommenden Wochen bilden sollte, unserer Meinung nach die Basis für eine neue kräftige Aufwärtsbewegung bildet, die im 2. Halbjahr und im Jahr 2009 noch die ein oder andere positive Überraschung bringen sollte.

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