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23.01.2007

09:53 Uhr

Erleichterungen gefordert

Finanzmetropole New York zeigt Schwächen

Die Finanzmetropole New York läuft Gefahr, ihre internationale Spitzenstellung zu verlieren. „Wenn wir nichts unternehmen, werden wir in zehn Jahren nicht mehr die Hauptstadt der Finanzwelt sein“, schreiben Bürgermeister Michael Bloomberg und der Senator der Stadt, Charles Schumer, im Begleittext zu einer Studie von McKinsey.

tor NEW YORK. Die Beratungsfirma hatte 50 Vorstände aus dem Finanzgewerbe befragt.

Bloomberg und Schumer drängen auf eine Reform der umstrittenen Bilanzierungsregeln (Sarbanes-Oxley), einen besseren Schutz der Unternehmen vor Sammelklagen, eine Harmonisierung der Finanzaufsicht und eine Lockerung der Einwanderungsbestimmungen für Fachkräfte und Besucher. Aufgeschreckt wurden die Politiker durch die Abwanderung zahlreicher Börsenkandidaten in andere Finanzzentren wie London und Hongkong.

Befördert wird diese Entwicklung allerdings auch dadurch, dass mit der Globalisierung der Finanzmärkte Unternehmen heute nicht mehr unbedingt nach New York gehen müssen, um Kapital aufzunehmen. Außerdem haben auch die hohen Gebühren der Investmentbanken am Finanzplatz New York die amerikanische Metropole nicht gerade attraktiver für Firmenkunden gemacht.

Der McKinsey-Report weist darauf hin, dass New York auch im stark wachsenden Markt für Finanzderivate an Zugkraft verloren habe. Zudem wachse die finanzielle Aktivität gemessen an den notierten Aktien, Anleihen und Bankeinlagen in anderen Regionen schneller als in den USA. Auch auf dem Arbeitsmarkt macht sich der Negativtrend bemerkbar. Während in London die Beschäftigung in der Finanzbranche zwischen 2002 und 2005 um 4,3 Prozent stieg, sank sie in New York im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent.

Um den Trend zu stoppen, fordern die Autoren zum Beispiel, kleinere Unternehmen von den strikten Bilanzregeln auszunehmen. Darüber hinaus sollten die Höchstbeträge für Bußgelder bei Schadensersatzklagen begrenzt werden. Und schließlich sprechen sich die Berater dafür aus, dass die Finanzaufsicht in den USA gestrafft wird, um Überlappungen zu vermeiden.

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