Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.03.2011

17:48 Uhr

Erneute Herabstufung

Fitch spricht Portugal Kapitalmarktfähigkeit ab

Nach dem Sturz der Regierung spitzt sich die finanzielle Not Portugals weiter zu. Die Ratingagentur Fitch senkte ihr Rating für das hoch verschuldete Land erneut. Am Bondmarkt erreichen portugiesische Zinsen Rekordwerte.

Portugiesische Euro-Münze (Mitte) im Kreise der Münzen aus anderen europäischen Krisenstaaten: Portugals Krise spitzt sich zu. Quelle: dapd

Portugiesische Euro-Münze (Mitte) im Kreise der Münzen aus anderen europäischen Krisenstaaten: Portugals Krise spitzt sich zu.

LondonAngesichts der Regierungskrise in Portugal hat die Rating-Agentur Fitch die Bonitätsnote des Landes gesenkt. Fitch stufte Portugal am Donnerstag um zwei Schritte herab auf "A-". Gleichzeitig versahen die Bonitätswächter diese Note mit einem negativen Ausblick und signalisierten damit, dass eine weitere Verschlechterung droht.

Die fehlende Zustimmung des Parlaments zu weiteren Einsparungen stelle die Sanierung der Staatsfinanzen in Frage, erklärte die Agentur. Sie gehe nicht mehr davon aus, dass Portugal sich die Finanzierung am Kapitalmarkt in diesem Jahr leisten könne. Ohne die Unterstützung von EU und IWF drohe eine weitere Verschlechterung der Bonität um mehrere Stufen.

EU-Diplomaten zufolge werden die Staats- und Regierungschefs aus Sorge über ein Ausufern der Krise den nun geschäftsführend amtierenden portugiesischen Ministerpräsidenten Jose Socrates bei ihrem Gipfel erneut zu einem Hilfsantrag drängen. Socrates hatte sich bisher dagegen gewehrt. Nach dem Nein der Opposition zum jüngsten Sparpaket war er am Mittwoch zurückgetreten. Der Opposition hatte er vorgeworfen, das Land zu blockieren und es in Richtung des europäischen Rettungsschirms zu drängen. Analysten schätzen den Finanzbedarf Portugals auf 50 bis 80 Mrd. Euro.

Am Anleihemarkt waren die Renditen zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen am Morgen auf einen Rekordwert von mehr als 7,9 Prozent gestiegen. Fünfjährige Bonds rentierten in der Spitze mit fast 8,35 Prozent. Portugals Finanzminister Teixeira dos Santos hatte die Finanzierungskosten des Landes in den vergangenen Wochen mehrfach als "dauerhaft nicht tragbar" bezeichnet.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

24.03.2011, 18:39 Uhr

Das war vorauszusehen, nachdem einmal der großzügige Rettungsschirm aufgespannt war. Die Opposition weigert sich, am Sparpaket mitzuwirken und bugsiert damit das Land in die Arme von IWF und EU. Der Premierminister hat seinen guten Willen bewiesen. Und damit ist alles Paletti - für eine Weile. Das wird in der EU Schule machen. Die Rollen sind schnell verteilt in diesem Spiel.

Manni

24.03.2011, 18:56 Uhr

Es ist auch ein neuer Angriff der "USA" gegen den Euro.
Diese Ratingagenturen sind ja korrupt und verlogen bis geht nicht mehr......und US Vasallen.
Klar ist Portugal marode - bzw. die Banksterbanken.
Aber die Welt schaut auf diese bescheuerten Ratingagenturen.
Dumm.....dümmer.....gehts nimmer...

Thomas-Melber-Stuttgart

24.03.2011, 20:56 Uhr

Sollte das Land sich nicht mehr am Kapitalmarkt versorgen können so müßten die Ausgaben über eigene Einnahmen (Steuern, Privatisierungen, u.a.) sowie Transferzahlungen anderer Staaten gedeckt werden. Letzteres halte ich auf Dauer für ausgeschlossen (Ankauf portugiesischer staatsanleihen durch die EZB).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×