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29.09.2014

12:57 Uhr

Ernst & Young

Bis zu 20 Börsenneulinge erwartet

Gerade für den Onlinehandel setzen Alibaba und Rocket Internet positive Signale: Ernst & Young erwartet für 2014 bis zu 20 Börsengänge in Deutschland. Es gebe einen „Nachholbedarf“ an Internet-Unternehmen an der Börse.

Allein mit Zalando und Rocket Internet steigt das Volumen der Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr von 900 Millionen auf über drei Milliarden Euro. dapd

Allein mit Zalando und Rocket Internet steigt das Volumen der Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr von 900 Millionen auf über drei Milliarden Euro.

FrankfurtDie positive Resonanz auf die Börsengänge von Alibaba, Zalando und Rocket Internet dürfte Experten zufolge in diesem Jahr weitere Internet- und Technologie-Unternehmen zum Gang an die deutschen Börse motivieren. Martin Steinbach, der sich bei der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) um Börsengänge kümmert, erwartet inzwischen bis zu 20 Börsengänge in Deutschland noch in diesem Jahr.

Bisher hatte er allenfalls 15 für wahrscheinlich gehalten, sieben haben den Sprung 2014 schon geschafft. „Für den europäischen und deutschen IPO-Markt hat der Mega-Börsengang von Alibaba eine positive Signalwirkung“, sagte Steinbach am Montag. Das gelte vor allem für den Internet-Handel.

Die Aktien des Online-Modehändlers Zalando und der Internet-Holding Rocket waren bereits nach wenigen Stunden überzeichnet, Rocket hat seinen Börsengang wegen der großen Nachfrage sogar um eine Woche auf Donnerstag vorgezogen – einen Tag nach dem geplanten Börsendebüt von Zalando. Die beiden könnten „Leuchttürme“ für andere Technologiefirmen sein, sagt Steinbach.

Deutschland habe noch Nachholbedarf an Internet-Unternehmen an der Börse. Die Online-Kleinanzeigenbörse Scout24 steht bereits in den Startlöchern, Finanzkreisen zufolge will sie den Schritt schon in der ersten Oktober-Hälfte ankündigen.

Für Steinbach passt das ins Bild: „Anleger suchen derzeit wieder stärker nach Wachstumswerten.“ Die Gefahr einer Überhitzung sieht er noch nicht. Zum einen sei die reine Zahl der Börsengänge noch weit vom Niveau des Jahres 2001 entfernt. Vor allem aber seien die Investoren heute vorsichtiger und wählerischer als früher.

Allein mit Zalando und Rocket Internet steigt das Volumen der Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr nach dem IPO-Barometer von EY von bisher 900 Millionen auf mehr als drei Milliarden Euro. Und die ostdeutsche Gewerbeimmobilienfirma TLG Immobilien, die laut Finanzkreisen Aktien für rund 500 Millionen Euro verkaufen will, hat sich ebenfalls schon angekündigt.

Im vergangenen Jahr hatten Börsengänge in Deutschland insgesamt nur 2,35 Milliarden Euro gebracht. 2014 könnte damit das beste Jahr für Börsengänge seit 2007 werden, als deutsche Unternehmen fast acht Milliarden einsammelten.

Weltweit gingen in den ersten neun Monaten nach EY-Daten 851 Unternehmen an die Börse, 2013 waren es Ende September erst 570. Das Emissionsvolumen verdoppelte sich fast auf 186,6 (von 2013 noch 96,2) Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr könnten Steinbach zufolge sogar die 285 Milliarden Dollar übertroffen werden, die 2010, im ersten Jahr nach der Finanzkrise, hereingekommen waren.

Von

rtr

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