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26.05.2015

13:24 Uhr

Erotischer Börsengang gesucht?

Aus Untreue Kapital schlagen

VonFrank Wiebe

Ashley Madison – nach eigenen Angaben weltweit die bekannteste Agentur für Seitensprünge – redet über einen Börsengang. Rund 200 Millionen Dollar könnte die Untreueplattform bei einem IPO von Investoren einsammeln.

So lautet der Slogan der Seitensprungagentur Ashley Madison, die jetzt über einen Börsengang nachdenkt. Getty Images

„Life is short. Have an affair“

So lautet der Slogan der Seitensprungagentur Ashley Madison, die jetzt über einen Börsengang nachdenkt.

New YorkMonique, so der Tarnname, ist 30 Jahre jung, 1,69 groß, wiegt 58 Kilo und hat blaue Augen - aber kein Foto. Zu schön, um wahr zu sein? Warum sollte eine junge Frau auf ein verschwommenes Bild, die Altersangabe 55 und das Pseudonym „Knickerbocker“ antworten? Sie ist 24 Stunden nach der Anmeldung aber auch die einzige, die reagiert hat.

Willkommen im Reich der virtuellen Untreue-Anbahnung. Genauer gesagt, bei Ashley Madison. Die kanadische Firma bezeichnet sich als weltweit bekanntestes Unternehmen für Seitensprünge. Sie ist allerdings nicht die einzige in ihrem Revier: Secret.de in Deutschland und Victoria Milan in Norwegen haben sich ebenfalls der Unmoral verschrieben.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Und ganz praktisch besehen funktionieren diese Seiten kaum anders als jede beliebige Kontakt-Börse. Man gibt einen falschen Namen, ein vielleicht richtiges Alter, Gewicht und Größe sowie ein hoffentlich nicht gefälschtes Foto ein, macht ein paar simple Angaben über seine „Vorlieben“ und die „Grenzen“: Manche Frauen wollen nur „erotisch chatten“, andere gleich eine langfristige Beziehung. Ach ja, die Postleitzahl gehört auch dazu, aus praktischen Gründen. Alles ist streng anonym – sofern man mit Foto und Postleitzahl wirklich anonym bleibt.

Immerhin: Wer einen erwischt in dem Netzwerk, gehört selber ja auch dazu. Und viele Fremdgänger sind ohnehin recht fahrlässig, wenn man der „Huffington Post“ glauben mag: Angeblich ist es weit verbreitet, der und dem Süßen Nachrichten zu schicken („sexting“ heißt das), während das Ehegespons sich im selben Zimmer aufhält.

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