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01.03.2006

08:23 Uhr

Erst-Emission

Inflationsanleihe kommt

Der Bund wird voraussichtlich in der nächsten Woche die erste Anleihe begeben, deren Verzinsung an die Inflationsrate gekoppelt ist. Die Anleihe soll zunächst 5,5 Mrd. Euro schwer werden und später auf zehn bis 15 Mrd. Euro aufgestockt werden.

cü FRANKFURT. Sie wird von ABN Amro, Barclays Capital, BNP Paribas und Deutscher Bank als Konsortialführer an den Markt gebracht. Die Banken platzieren fünf Mrd. Euro, den Rest behält die für das deutsche Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur des Bundes zur Marktpflege ein. Die späteren Aufstockungen können laut Finanzagentur über ein Bankenkonsortium oder in den für herkömmliche Bundesanleihen üblichen Auktionen begeben werden.

An die Inflationsrate gekoppelte Anleihen gibt es in vielen europäischen Ländern und den USA schon länger. Wegen des Inflationsschutzes sind die Zinsscheine geringer als bei normalen Bonds. Die deutsche Inflationsanleihe wird laut Bankern voraussichtlich nominal mit 1,4 bis 1,5 Prozent verzinst. Der Anstieg von Kupon und Rückzahlungsbetrag richtet sich nach der Preissteigerungsrate der Euro-Zone, bei der Tabakpreise ausgenommen sind. Die herkömmliche zehnjährige Bundesanleihe hat einen Kupon von 3,5 Prozent.

Für den Bund ist es günstig, wenn die Inflation weniger stark steigt als der Markt erwartet. „Die Bundesregierung unterstreicht mit dieser Emission ihr Vertrauen in die langfristige Preisentwicklung im Euro-Raum“, sagte Barbara Hendricks, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium (BMF) am Dienstag in Berlin.

Der Markt wartet schon lange darauf, dass Deutschland den ersten so genannten Linker begibt. Das BMF hatte die Einführung der Papiere ab 2005 genehmigt. „Der Bund sagt aber seit über einem Jahr, dass er auf eine hohe Inflationserwartung beziehungsweise Break-Even-Rendite wartet“, sagte Johannes Rudolph, Rentenstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Inflationserwartung pendle aber auf Zehn-Jahres-Sicht in einer engen Spanne zwischen zwei und 2,3 Prozent und liege derzeit bei nur 2,06 Prozent.

„Das Marktumfeld für die Begebung dieser ersten Anleihe ist sehr gut, die zu erwartende Break-Even- Inflationsrate liegt sehr nah am historischen Durchschnitt vergleichbarer französischer Anleihen“, betonte dagegen Ralph Berlowitz, Managing Director bei der Deutschen Bank. Dies gelte vor allem, weil Deutschland die Inflationsanleihen als strategisches Refinanzierungsinstrument einsetze. Der Bund plant alle ein bis zwei Jahre einen neuen Linker. 2005 hat er die Refinanzierung bereits mit der ersten Dollar-Anleihe erweitert. In diesem Jahr gibt es laut Hendricks keinen Dollar-Bond.

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