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05.01.2011

13:44 Uhr

Erste Hilfsanleihe platziert

EU nimmt Milliarden zur Rettung ihrer Sorgenkinder auf

VonLaura de la Motte

Mit Spannung blickten Börsianer auf den Rentenmarkt. Die EU-Kommission hat erfolgreich eine Anleihe in Höhe von 5 Milliarden Euro platziert. Mit dem Erlös soll das Hilfspaket für Irland mitfinanziert werden. Investoren griffen beherzt zu, verlangten aber eine höhrere Rendite als für Anleihen des Bundes.

Die erste Anleihe zur Rettung angeschlagener Euro-Staaten ist teurer als die Referenzanleihe des Bundes Quelle: dpa

Die erste Anleihe zur Rettung angeschlagener Euro-Staaten ist teurer als die Referenzanleihe des Bundes

FRANKFURT. Die Europäische Kommission hat damit begonnen, Geld für die Rettung ihrer Krisenstaaten einzusammeln. Über den europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus EFSM hat sie eine Anleihe im Volumen von 5 Milliarden Euro am Markt verkauft. Mit dem Erlös soll das Hilfspaket für Irland mitfinanziert werden.

Die Nachfrage nach der erstklassigen gerateten Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren war groß. In weniger als einer Stunde war der Bond, der von den Investmentbanken Barclays Capital, BNP Paribas, Deutsche Bank und HSBC an institutionelle Investoren verkauft wurde, dreifach überzeichnet. Jedoch verlangten diese eine deutlich höhere Rendite als für Staatsanleihen aus Deutschland oder Frankreich, die ebenfalls das beste Rating besitzen.

Nach ersten inoffiziellen Angaben lag die angebotene Rendite für das Euro-Papier bei der Preisfestsetzung zwölf Basispunkte über dem mittleren Swapsatz, das entspricht rund 2,5 Prozent. Die mittlere Swapsatz ist der Zins, zu dem sich Banken bester Bonität über mittlere Laufzeiten gegenseitig Geld leihen. Er dient als Referenzsatz bei der Preisfindung von Anleihen. Die 2,5 Prozent der Euro-Anleihe liegt deutlich über der Rendite für vergleichbare Anleihen aus Deutschland oder Frankreich. Fünfjährige deutsche Papiere rentieren derzeit mit 1,77 Prozent, französische bei 2,08.

Der EFSM, zusammen mit dem Europäischen Finanzstabilitätsfonds, wird insgesamt 40,2 Milliarden Euro und damit fast die Hälfte der 85-Milliarden-Euro-Rettung für Irland finanzieren. Beide Fonds wollen in diesem Jahr bis zu 34,1 Milliarden Euro über Anleihen einsammeln. 2012 sollen noch einmal 14,9 Milliarden Euro dazu kommen. Der restliche Teil der Hilfe kommt vom IWF.

Kommentare (6)

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Blauauge

05.01.2011, 16:35 Uhr


So wird hoffentlich nicht das Ende vom EURO eingeläutet. Die EU verfügt nur über durch ihre Mitglieder zugewiesene budgets, d. h. über kein eigenes Steueraufkommen, über keine eigene Wirtschaftskraft. begibt sie Anleihen, so werden zweimal ein und dieselben Quellen der Wirtschaftsleistung belastet, einmal national über jeweilige Hilfsfonds und dann ein weiteres Mal durch die EU. Letztlich ähnelt diese Luftnummer ohne originäre Wirtschaftsleistung der US- Hypthekenakrobatik. Geht das schief, was in der Sache liegt, verweist die Politik in bewährter M;anier auf die Spekulanten. Prost Neujahr!

Holzauge

05.01.2011, 18:29 Uhr

@ 1

Richtig, und der Traum vom billigen Geld ist schon dahin. Niemals wird die EU Kredite zu deutschen Konditionen bekommen. Der deutsche Steuerbuerger zahlt die Differenz. Prost Neujahr hoch 2!

Poilu

05.01.2011, 19:20 Uhr

Unsere Eiserne Lady entartet langsam zur armlosen Vogelscheuche, keiner beachtet sie mehr.
Wenn man so inkompetent ist und keine vernünftige berater zur Verfügung hat, tut man nicht so als ob man das Sagen hat.
Eine Alternative kann ich Deutschland noch anbieten; aus der EU und Eurozone austreten.
Das neue Deutschland ist nur ein Klotz am bein Europas.
Auf so was verzichten wir gerne.

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