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17.01.2014

12:36 Uhr

Erstmals in 2014

Bundesanleihen wenig verändert

Die Bundesanleihen haben sich nur wenig bewegt. Bergauf geht es dagegen für Portugals Staatsanleihen. Nach einer S&P-Meldung zogen die portugiesischen Bonds an und weiteten ihre Kursgewinne aus.

Der Bund-Future stieg um 26 Basispunkte auf 142,30 Prozent. dpa

Der Bund-Future stieg um 26 Basispunkte auf 142,30 Prozent.

BerlinBundesanleihen und Treasuries haben sich am Freitag nur wenig um den Vortagesstand bewegt.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 1,77 Prozent einen Basispunkt niedriger. Am Terminmarkt stieg der Bund-Future um 14 Basispunkte auf 141,30 Prozent. Die Rendite von zehnjährigen Treasuries war bei 2,84 Prozent wenig verändert.

Für die Woche steuern die deutschen Staatspapiere zum dritten Mal in Folge auf einen Gewinn zu. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonitätsnote Portugals von der Beobachtungsliste genommen und sie bei „BB“ belassen, und Fitch Ratings hat das Spitzen-Rating der Niederlande bestätigt.

Portugiesische Bonds zogen auf die S&P-Meldung an und weiteten ihre Kursgewinne aus. Die Anleihen der am stärksten verschuldeten Euroraum-Länder haben in diesen Monat eine Rally hingelegt, nachdem sich ihre Volkswirtschaften von der Schuldenkrise erholen. Zehnjährige portugiesische Papiere rentierten zuletzt bei 5,27 Prozent drei Basispunkte niedriger. Für die Woche kommt die Anleihe auf einen Renditerückgang von 26 Basispunkten.

„Meine Schätzung und zunehmend auch die Schätzung des restlichen Marktes ist, dass Portugal die Krise hinter sich lassen wird“, sagt Luca Jellinek, Leiter europäische Zinsstrategie bei Credit Agricole Corporate & Investment Bank in London. Er rechnet damit, dass der Renditeaufschlag von zehnjährigen portugiesischen Anleihen gegenüber Bundesanleihen von derzeit 351 Basispunkten bis Jahresende auf 250 Basispunkte sinkt.

Kurswechsel bei der Fed – Ist die Geldschwemme jetzt zu Ende?

Warum blicken die Finanzmärkte so nervös auf die Fed-Entscheidungen?

Die extrem lockere Geldpolitik der Fed ist der entscheidende Treibstoff für die Rally an den Börsen. Seit 2008 pumpt die US-Notenbank auf beispiellose Weise Geld in den Markt. Einmal hält sie die Zinsen nahe Null – und damit auf historisch niedrigem Niveau. Außerdem hat sie zu einem eigentlich unkonventionellen Instrument gegriffen und kauft Monat für Monat mit quasi frisch gedruckten Dollar-Noten Anleihen auf. Auf beide Arten kommt die Wirtschaft zu Massen billigen Geldes.

Welche Folgen hat die Geldschwemme?

Weil andere Anlagen angesichts niedriger Zinsen unattraktiv sind, fließen viele Milliarden in Aktien – die Börsen klettern von Rekord zu Rekord. So oder so soll die US-Konjunktur weiter angekurbelt werden, um endlich auch dem lahmenden Arbeitsmarkt der weltweit größten Volkswirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Bisherige Faustregel: Sobald die Arbeitslosenquote von derzeit immer noch rund sieben Prozent unter 6,5 Prozent sinkt, sollte über die erste Anhebung der Leitzinsen nachgedacht werden.

Was ändert sich nun im Detail?

Auf den ersten Blick beginnt die große Wende in der US-Geldpolitik. Im Detail zeigt sich aber, dass faktisch alles beim Alten bleibt. Das Anleihe-Kaufprogramm wird zunächst nur etwas gedrosselt und soll dann allmählich auslaufen. Noch wichtiger: Das Versprechen extrem niedriger Zinsen soll noch für längere Zeit weiter gelten.

Warum ist der große Schock an den Märkten ausgeblieben?

Die Sorge war groß, dass die Fed allzu abrupt ihren Kurs wechseln könnte. Allein die Ankündigung von Fed-Chef Ben Bernanke, über das sogenannte „Tapering“ nachzudenken, hatte vor rund einem halben Jahr für massive Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten gesorgt. Diesmal lief es anders, weil Bernanke seine seit langem befürchtete Botschaft geschickt verpackt hat – und die Märkte so sehr behutsam auf die Veränderungen vorbereitete. Er versprach nicht nur weiter niedrige Zinsen, sondern auch, dass die Fed nicht mehr automatisch die geldpolitischen Zügel anzieht, sollte sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter spürbar aufhellen. „Die US-Notenbank hat in den vergangenen Wochen genug Zuversicht in die konjunkturelle Erholung der US-Wirtschaft gewonnen. Das ist ein positives Signal – nicht nur für die USA, sondern für den globalen Konjunkturausblick 2014“, schreibt der Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel.

Was ändert sich für Sparer?

Auf absehbare Zeit nichts. Weil auch die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer extremen Niedrigzinspolitik festhält, werden Sparbücher hierzulande auf absehbare Zeit weiterhin nur maue Renditen abwerfen. Unklar ist es, ob sich die ebenfalls niedrigen Kapitalmarktzinsen für Anleihen wieder bessern. Weil deutsche Staatspapiere in der Euroschuldenkrise als sicherer Hafen gelten, hängt die Entwicklung dort unter anderem davon ab, ob sich die Lage in den Euro-Krisenländern weiter stabilisiert.

Geht jetzt auch die Rekordjagd des Dax weiter?

Der Deutsche Aktienmarkt reagierte mit leichten Kursgewinnen auf die Fed-Ankündigung. Einige Analysten rechnen damit, dass der Dax 2014 die Marke von 10.000 Punkten knacken wird. Sie hoffen, dass Anleger nicht mehr in erster Linie auf die Notenbanken schielen, sondern dass die guten Aussichten in der realen Wirtschaft wieder zur treibenden Kraft an den Finanzmärkten werden.

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