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06.01.2011

06:04 Uhr

EU-Anleihe

Geld für Irland-Rettung fließt reichlich

VonAndrea Cünnen

Investoren reißen sich um die erste Anleihe, mit der die EU einen Teil der Hilfen für Dublin finanziert. Mit einer Rendite von 2,5 Prozent hat die EU-Kommission das Papier aber auch relativ ausgestattet. Der Bond soll zur Finanzierung des Hilfspakets für Irland dienen - ein Land, um das die Schweizer Notenbank neuerdings einen Bogen macht.

Frisches Geld für Irland: Die erste EU-Anleihe kam gut an. Quelle: dpa

Frisches Geld für Irland: Die erste EU-Anleihe kam gut an.

FRANKFURT. Die Europäische Union hat eine wichtige Bewährungsprobe bestanden: Internationale Investoren stellten gestern mehr als genug Geld bereit, um den ersten Teil der Hilfen an das kriselnde Irland zu finanzieren. Die EU-Kommission platzierte problemlos eine Anleihe über fünf Milliarden Euro. Die Investmentbanken Barclays, BNP Paribas, Deutsche Bank und HSBC, die den Verkauf an die Investoren übernahmen, hielten die Auftragsbücher nur eine Dreiviertelstunde offen - und bekamen in dieser Zeit rund 20 Milliarden Euro für die Anleihe angeboten.

EU-Kommission bietet eine Rendite von 2,5 Prozent

"Der erste Testballon ist erfolgreich gestartet und hat den Boden für die weitere Refinanzierung der Irland-Hilfen bereitet", sagte Analyst David Schnautz von der Commerzbank. Das ist wichtig, denn die EU-Kommission und die neu von den Euro-Ländern gegründete Gesellschaft EFSF brauchen noch viel Geld. Beide zusammen gewähren Irland Kredite über 45 Milliarden Euro - und damit mehr als die Hälfte des insgesamt 85 Milliarden Euro schweren Hilfspakets. Die EU-Kommission will dafür in diesem Jahr Anleihen über bis zu 17,6 Milliarden Euro auflegen, die EFSF plant bis zu 16,5 Milliarden Euro.

Hauptgrund dafür, dass die Anleihe so gut ankam, ist ihre relativ hohe Rendite von rund 2,5 Prozent für eine Laufzeit von fünf Jahren. Damit bietet sie Investoren etwas mehr als bisherige Anleihen der EU-Kommission. Besonders attraktiv ist sie im Vergleich zu deutschen Anleihen. Der Bund platzierte gestern eine Anleihe mit zehn Jahren Laufzeit zu einer Rendite von knapp 2,9 Prozent. Die Platzierung der EU-Anleihe schmälerte laut Analysten die Nachfrage nach der Bundesanleihe nicht.

Kommentare (4)

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artur özkaplan

06.01.2011, 08:29 Uhr

Gegen Swiss Franc in 2010, zufälligerweise ist der Dax genau %15 gestiegen..
1) Mongolei, Tigrit (+3,7%)

2) Japan, Yen (+3,6%)

3) Australien, Dollar (+3%)

4) Malaysien, Ringgit (+1,1%)

5) Südafrika, Rand (+0,8%)

6) Thailand, baht (+0,3%)



Ferner:

Singapur, Dollar (-1,1%)

israel, Shekel (-2,8%)

Schweden, Krone (-3,6%)

Mexiko, Peso (-4,2%)

Kanada, Dollar (-4,7%)

brasilien, Real (-5,2%)

indien, Rupie (-6%)

China, Renminbi (-6,7%)

USA, Dollar (-9,7%)

Norwegen, Krone (-10,1%)

Russland, Rubel (-11,2%)

Grossbritannien, Pfund (-12,8%)

Türkei, Neue Lira (-12,3%)

Ägypten, Pfund (-14,7%)

Euro (-15,6%)

stephan heinrich

06.01.2011, 08:44 Uhr

Mehrere Aspekte sind in diesem Zusammenhang auffallend:

1. Jetzt pumpt sich also sogar schon die Europäische Kommission Geld am Kapitalmarkt, da die eigenen Mittel offenbar nicht ausreichen

2. Dass die schweizer Zentralbank irische Anleihen nicht als Sicherheit für bestimmte Kredite innerhalb ihres bankensystems akzeptiert, sollte die Alarmglocken aufleuten lassen

3. Dass die EZb Staatsanleihen der Euro-Länder akzeptiert, ist ein Verstoss gegen ihre eigenen Statute. Schlimm genug (Waigel vor 1999 sinngemäss: "Der Euro wird so stabil wie die DM weil die EZb sich verhalten wird wie die bundesbank"); dass sie es ungeachtet der jeweiligen bonität tut, wird sich mit blick auf die Geldwertstabilität so gut wie sicher als Katasrophe erweisen.

D-Mark, Gulden und Schilling für den Euro hergegeben zu haben war wohl eine der gravierensten Felhentscheidungen der Zeitgeschichte

stephan heinrich

06.01.2011, 08:47 Uhr

Die Zinsen, die irland und Portugal für die neuen Anleihen zahlen müssen spiegeln nichts anderes als die berechtigten Zweifel an der Solidität dieser Schuldner.

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