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25.05.2011

15:59 Uhr

EU

Deutschlands Anleihen sind hoch im Kurs

Bei Anlegern sind Deutschlands Anleihen trotz niedriger Rendite beliebt. Außerdem stützt Finnlands Zustimmung zur Portugal-Rettung den Euro. Griechenland bleibt jedoch weiter das Damokles-Schwert.

Finnlands Unterstützung bei der Portugal-Rettung stützt den Euro. Quelle: dpa

Finnlands Unterstützung bei der Portugal-Rettung stützt den Euro.

FrankfurtTrotz relativ niedriger Renditen von nur rund drei Prozent stehen die deutschen Bundesanleihen bei den Anlegern weiter hoch im Kurs. "Das unterstreicht, wie verunsichert die Anleger sind", sagte ein Händler. "Da herrscht offenbar pure Angst." Die deutschen Anleihen gelten in der Euro-Zone als sicherer Anlagehafen. Vor allem die Diskussionen um die Lage in Griechenland verunsicherten Händlern zufolge die Anleger. Die Zustimmung des Parlaments in Helsinki zur Beteiligung an der in Finnland heftig umstrittenen Portugalhilfe stützte den Euro etwas. Die Gemeinschaftswährung notierte wie am Vortag meist in einer engen Spanne von 1,4050 bis knapp 1,41 Dollar.

Die Bundesfinanzagentur versteigerte am Mittwoch zehnjährige Bundesanleihen im Volumen von 4,2 Milliarden Euro. Die Überzeichnungsquote lag mit 1,7 höher als beim letzten Verkauf im April mit 1,4. Dabei war die durchschnittliche Rendite mit 3,04 (April 3,28) Prozent deutlich niedriger. Die Favorisierung der Bundesanleihen spiegelte sich auch im Tagesgewinn des Bund-Future wider, der zeitweise 50 Ticks auf 125,23 Punkte zulegte. Die Rendite der ihm zugrundeliegende zehnjährige Bundesanleihe näherte sich derweil mit 3,05 Prozent immer mehr der Drei-Prozent-Marke an. Unter drei Prozent lag die Rendite zuletzt im Januar. Zum Vergleich: Griechenland muss den Anlegern bei zehnjährigen Anleihe<GR10YT=TWEB eine Rendite von rund 17 Prozent zahlen, Portugal von zehn Prozent und Irland über elf Prozent.

Auslöser des neuerlichen Runs auf die deutschen Papiere waren Meldungen aus Athen, wonach die Regierung ein Referendum über das unpopuläre Sparprogramm plant. Ministerpräsident Giorgos Papandreou wies die Berichte zurück. Auch beteuerte er, seine Regierung wolle auch nicht über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone abstimmen lassen. Die Beteuerung aus Athen und die Entscheidung des finnischen Parlaments hielten auch den Euro einigermaßen auf Kurs. Händler rechnen allerdings bald mit einem neuerlichen Test der 1,40-Dollar-Marke.

Unterstützung bekam der Euro weiterhin von den andauernden Spekulationen um eine baldige weitere Zinserhöhung in der Euro-Zone. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark erklärte, die Europäische Zentralbank (EZB) könne jederzeit die Zinsen anheben, sollte es nötig sein. Die EZB gehe davon aus, dass das Wachstum in der Euro-Zone andauere. Die meisten Börsianer erwarten für Juli den nächsten Zinsschritt von dann erneut 0,25 Prozent auf 1,5 Prozent. Während die EZB die Zinswende schon eingeleitet hat, hält die US-Notenbank (Fed) an ihrer Nullzinspolitik fest. Hauptgrund für die US-Geldpolitik ist die weiter hohe Arbeitslosigkeit in den USA, wo die Konjunktur nicht so recht aus der Talsohle herauskommen mag.

So fiel der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter wie Flugzeuge im April um überraschend starke 3,6 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang von 2,2 Prozent gerechnet. Der Rückgang signalisiere eine weitere Abkühlung in der Industrie, erklärten Händler. Somit dürfte die Fed bis auf weiteres keine Straffung ihrer Geldpolitik planen.

Von

rtr

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