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18.03.2014

14:41 Uhr

Euro-Krise

Griechenland vor Rückkehr an den Kapitalmarkt

Es wäre ein Symbol, das ein Ende der Euro-Krise markieren könnte: Griechenland will nach vier Jahren an den Kapitalmarkt zurückkehren. Schon bald soll es neue Anleihen geben. Nicht jeder verfolgt den Plan mit Wohlwollen.

Steht Griechenland vor dem Ende der Krise? dapd

Steht Griechenland vor dem Ende der Krise?

AthenGriechenland will sich wieder aus eigener Kraft finanzieren. Das Land werde voraussichtlich noch vor Mai erstmals seit vier Jahren Anleihen begeben, erklärte Infrastruktur-Minister Michalis Chrisochoides. Die Emission sei Teil einer Reihe positiver Entwicklungen vor den im Mai anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament.

„Wir werden die nächste Kredittranche erhalten, das Land wird an die Märkte zurückkehren, mit einem leicht erhöhten Zinssatz, der später sinken wird, und Griechenland wird nicht in dem Drama der vierteljährlichen Troika-Prüfungen verharren“, sagte Chrisochoides am Montag in einem Interview mit Bloomberg in Athen.

Auch Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras hatte mehrfach erklärt, sein Land strebe wieder den Kapitalmarkt an. Das würde ein Ende der Griechenland- Krise markieren, die ein Auslöser für die Staatsschuldenkrise im Euroraum war.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Doch nicht jeder verfolgt die ehrgeizigen Pläne mit Wohlwollen. Die sogenannte Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds sorgt sich nämlich, dass Griechenland die Fehler aus der Vergangenheit wiederholt. Die Bedingungen der Rettungskredite, die erstmals 2010 vergeben wurden, verlangen von der griechischen Regierung wirtschaftliche und haushaltspolitische Reformen. Die Fortschritte werden von der Troika regelmäßig überprüft.

„Die Troika stellt jetzt fest, dass sie zu sehr auf Sparmaßnahmen statt auf Strukturreformen ausgerichtet war, als Griechenland ein Haushaltsdefizit von zehn Prozent hatte”, sagt Zinsstratege Michael Michaelides von der Royal Bank of Scotland. „Eine Rückkehr an den Markt würde bedeuten, dass einige der härteren Reformen niemals umgesetzt werden.”

Rendite sinkt auf Vorkrisenniveau

Die Rendite der zehnjährigen Griechenland-Anleihe sank in der vergangenen Woche mit 6,65 Prozent auf den niedrigsten Wert seit fast vier Jahren und erreichte damit Vorkrisenniveau. Zum Vergleich: Im März 2012 war die Rendite auf den Rekordstand von 37,1 Prozent geklettert.

„Die griechischen Bondrenditen kommen sehr schön herunter”, sagte Holger Schmieding, Chefökonom bei der Berenberg Bank in London. „Eine zwei- bis fünfjährige Platzierung zu einer für Griechenland akzeptablen Rendite sollte kein großes Problem sein - sofern nichts Schlimmes passiert, wie etwa ein Auseinanderbrechen der Koalition.”

Der Einfluss der Troika auf Samaras wird bereits schwächer. Die Wirtschaft schüttelt eine seit sechs Jahren anhaltende Rezession ab. Leistungsbilanz und Primärhaushalt weisen einen Überschuss auf, so dass der Ministerpräsident genügend Geld in der Staatskasse hat, um Gehälter und Pensionen im öffentlichen Dienst zu bezahlen. Geld aufnehmen muss er noch für die Ablösung der Staatsschulden im Volumen von 321 Milliarden Euro.

Kommentare (5)

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18.03.2014, 15:03 Uhr

Genau die Troika hat sich geirrt - Verlogenheit pur!
Die Griechen haben es geschafft , lieber Michel - auf dem Rücken des Deutschen Steuerzahlers hat soeben Karlsruhe die Eurogegner abblitzen lassen.
Der ESM ist rechtens, was Herrn Schäuble und Frau Merkel erfreut und dem Deutschen Steuerzahler bald die Zwangshypothek mit 10-20% Abgabe zur Sanierung der Staatsschulden als Grundbuch-Eintrag beschert.
Es werden auch nur Spareinlagen über 100,- T€ abgeschöpft, hört hört.
Der Grüne Daniel Cohn Bendit soll ein guter Freund von Andreas Vosskuhle sein und Selbiger hat den Vorsitz in Karlsruhe heute geführt, hört hört.
Nein, ach Nein das glaub ich nicht – Verschwörungstherorethiker, gut na ja
Egal.
Habe fettig , muss malochen für die Rente und Tschüsss

Account gelöscht!

18.03.2014, 15:12 Uhr

Wer hat´s geschrieben?
Wer schon BLOOMBERG! Alles klar!

Account gelöscht!

18.03.2014, 15:31 Uhr

So ein Schwachsinn!
Der Kapitalmarkt heißt EZB und die EZB wird von Deutschland per Bürgschaften und Zahlungen gestützt!

Griechenland ist PLEITE und gehört schon längst aus dem EURO. Griechenland braucht wieder seine eigene Währung! Nur so ist ein wirtschaftlicher und politischer Neuanfang in Griechenland zu machen.

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