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11.01.2011

01:13 Uhr

Euro-Krise

Japan kauft Anleihen der Euro-Zone

Europas Schuldenkrise lastet weiter auf der Weltwirtschaft. Die Aktienmärkte in Asien müssen sinkende Kurse hinnehmen, vor allem die Exportunternehmen sind betroffen. Japan will Europa nun finanziell unter die Arme greifen.

Börse Tokio: Es geht abwärts. Quelle: Reuters

Börse Tokio: Es geht abwärts.

HB TOKIO/HONGKONG. Japan will den Europäern beim Eindämmen der Schuldenkrise unter die Arme greifen und kauft hierzu die neuen Staatsanleihen der Euro-Zone. Der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda erklärte am Dienstag, sein Land wolle das Vertrauen in die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) stärken. Deshalb sei es angemessen, die Anleihen der Zweckgesellschaft zu kaufen, anstatt Anleihen einzelner Euro-Länder. Japan werde rund 20 Prozent der für Ende Januar geplanten EFSF-Emission zeichnen, erklärte Noda.

Der Euro reagierte auf die Ankündigung zunächst mit deutlichen Kursgewinnen, die er jedoch im Handelsverlauf größtenteils wieder abgab. Der Finanzmarkt blickt mit großer Spannung auf die richtungweisende Emission, bei der der Rettungsfonds der Euro-Zone erstmals als Einheit am Kapitalmarkt auftritt. EFSF-Chef Klaus Regling hat angekündigt, 2011 bei mehreren Emissionen insgesamt 16,5 Milliarden Euro aufnehmen zu wollen. Die Gelder, die die EFSF aufnimmt, werden in Form von Krediten an die Antrag stellenden Länder - bislang nur Irland - weitergegeben.

Japans Ankündigung kommt zugleich zu einem Zeitpunkt, da die Sorgen in Asien wachsen vor einem Ausufern der Schuldenkrise in Europa. Japans Exportunternehmenbekommen die Krise zurzeit besonders heftig zu spüren. Vorzeigeunternehmen Canon verlor heute 1,3 Prozent an der Börse in Tokio, Nippon Sheet Glas, das einen großen Teil seiner Gewinn im Ausland generiert, sank ebenfalls um 1,3 Prozent.

Dahinter steckt vor allem der der erneute Anstieg des Yen zu Dollar und Euro, der die Waren der japanischen Hersteller im Ausland weiter verteuert. Die Märkte zittern vor der Schuldenkrise in Europa und den Sorgen vor einem insolventen Portugal.

Der Dollar wurde am Nachmittag leichter mit 83,02-05 Yen gehandelt nach 83,47-48 Yen am späten Freitag. Der Euro notierte zum Yen ebenfalls leichter mit 107,48-51 Yen nach 108,39-43 Yen. Zum Dollar lag er leichter bei 1,2947-50 Dollar nach 1,2985-86 Dollar am späten Freitag vergangener Woche.

Investoren kämen nicht umhin, "vorsichtig zu sein angesichts der Probleme" in Europa, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Fumiyuki Nakanishi, Analyst bei SMBC Friend Securities. Die Börse in Tokio schloss schließlich uneinheitlich. Nach dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende notierte der Nikkei-Index für 225 führende Werte zum Handelsende ein Minus von 0,29 Prozent und ging bei 10.510 Punkten aus den Markt. Der breit gefasste Topix legte indes knapp um 0,06 Prozent auf 926

Der Shanghai Composite Index, der die großen Unternehmen beinhaltet, ging um 1,7 Prozent nach unten auf 2.791.81 Punkte. Südkoreas Kospi-Index fiel South leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 2.072,32 Punkte in Seoul. Verlierer war unter anderem Samsung SDI. Analysten sagen dem Hersteller von wiederaufladbaren Batterien geringeren Umsätze im vierten Quartal voraus.

In Australien erwischte es zudem die Versicherungswerte, nachdem Überflutungen in Queensland bisher acht Menschenleben forderten und nun Brisbane bedrohen. Suncorp Group Ltd., der größte Versicherer im Land, verlor 2,2 Prozent in Sidney. Der MSCI Asia Pacific Index fiel zu Handelsbeginn um 0,1 Prozent auf 137,16 Punkte.

Kommentare (6)

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MitMigrationsHintergrund MMH

11.01.2011, 08:57 Uhr

ich würde auch gerne Anleihen der Zweckgesellschaft (EFSF) kaufen, ich weiß aber nicht wo, meine bank (Deutschland) sagt das es nicht geht. Kann jemand helfen?

Sven

11.01.2011, 09:18 Uhr

Die Anleihen sind institutionellen investoren vorbehalten was sich wohl auch in der Stueckelung bemerkbar machen wird (also z.b. mindestens EUR10mio).

Das muesste ihre bank eigentlich wissen :-)

Vielleicht gibt es aber schon bald Produkte, die die Anleihen abbilden und auch fuer private investoren verfuegbar sind.

MitMigrationsHintergrund MMH

11.01.2011, 09:39 Uhr

@ [2] Sven,
danke, vielleicht habe ich in der bank den Falschen gefragt, er schien etwas irritiert.
Dann warte ich noch, obwohl die Konditionen gar nicht so gut sein sollen. Niedrige Verzinsung, um die 2-3% glaube ich.

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