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05.12.2011

10:39 Uhr

Euro-Krise

Rendite griechischer Anleihen über 32 Prozent

Griechenlands Staatspapiere sind nur noch für kurzfristig orientierte Anleger interessant. Ein EZB-Ratsmitglied macht den mit privaten Gläubigern ausgehandelten Schuldenerlass für Griechenland dafür verantwortlich.

Eine griechische Euro-Münze. dpa

Eine griechische Euro-Münze.

FrankfurtGriechische Anleihen sind zu Wochenbeginn deutlich unter Druck geraten. Die zehnjährigen Papiere verloren 1,60 Zähler auf 22,19 Zähler. Die Rendite lag bei 32,17 Prozent.

EZB-Ratsmitglied Athanasios Orphanides hat den mit privaten Gläubigern ausgehandelten Schuldenerlass für Griechenland als „fürchterlichen Fehler“ bezeichnet. Die quasi erzwungene Wertminderung der griechischen Anleihen habe international die Sorge geschürt, dass womöglich alle Staatsanleihen der Eurozone nicht mehr verlässlich sind. Das sei einer der Hauptgründe für die aktuellen Probleme, so Orphanides.

„Der Handel mit griechischen Anleihen hat kaum noch Volumen“, kommentierte ein Händler den Abgabedruck. Fast nur noch kurzfristig interessierte Anleger handelten mit den Papieren. Spanische und italienische Bonds konnten am Montagmorgen zulegen. Das von Italiens Ministerpräsident Mario Monti vorgestellte Sparprogramm lasse auf eine Haushaltskonsolidierung hoffen, hieß es von Händlern.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Forderungsausfall-Bankenrisiko

05.12.2011, 12:48 Uhr

Selbst milliardenschwere Forderungsausfälle sind im marktwirtschaftlichen Alltag primär eine Angelegenheit zwischen Gläubiger+Schuldner.
So meldete der Wirtschaftsdienstleister Creditreform für 2009 und 2010 in
Deutschland uneinbringliche Insolvenzschäden von 114,3 Mrd. €.
Niemand kam angesichts des 3-stelligen Milliardenausfalls auf die wirre Idee, den Staat für diese Schulden eintreten zu lassen, "um den Euro zu retten".
(Selbst GM ging mit 178 Mrd USD an Verbindlichkeiten in die Insolvenz, ohne Währungsdiskussionen auszulösen).
Das Ausfallvolumen von 114,3 Mrd.€ allein in Deutschland werden die meisten
Leser hier nicht einmal wahrgenommen haben,gerade weil Verbindlichkeiten
in das Binnenverhältnis von Schuldner+Gläubiger gehören.
Warum also wird Griechenland, dessen Einwohnerzahl die der Sozialkostgänger in Deutschland nicht wesentlich übersteigt, derart hochgespielt ?
Der Grund liegt in der Natur der Gläubiger:
Zu schwach kapitalisiert, um die eigenen Investmentrisiken zu tragen, wälzen die Akteure dort über ihren politischen Arm die Schäden auf die Allgemeinheit ab.
Dabei ist die Risikobefreiung von Gläubigern der sicherste Weg in fehlgepreiste Krediteskalation.
Rettungsschirme füttern parasitäre Strukturen ohne Sinn.

Bail-Out-Schnorrer

05.12.2011, 13:07 Uhr

Griechenland ist wirtschaftlich bedeutungslos. Seine 10 Millionen Einwohner erwirtschaften einen kleinen einstelligen Prozentsatz der Wirtschaftsleistung des Euroraumes.Einzig weil die Verschuldung des Landes in den Händen weniger Gläubiger liegt, kamen die Ouzobonds auf die Tagesordnung. Denn die wenigen Gläubiger wollen den für sie selbst bedeutenden Forderungsausfall nicht tragen. Stattdessen soll der Forderungsausfall auf die entmündigten EU-Bürger abgewälzt werden. Dazu wird mit Drohkulissen gearbeit - typisch für Bail-Out-Schnorrer. Ständig wurde mit Untergangsszenarien nachgelegt. Zunächst sollte Griechenland schon allein für sich bedrohlich sein. Als diese Drohung wegen der geringen Dimension unglaubwürdig wurde, wurde mit dem Ansteckungsmythos nachgeheizt. Eine inszenierte Albernheit. Nach einer Vermögensstudie der Allianz liegt das Pro-Kopf-Vermögen in Italien über dem in Deutschland. Die Kultur des Betruges in Italien wird nicht dadurch geheilt, indem Griechenlandgläubiger durchsubventioniert werden.
Wenn etwas ansteckt- dann die Subventionsorgien. Auch bei der Olivernte wird solange am Baum gerüttelt, wie Früchte fallen.
Erst Zahlungsbereitschaft lockt Erpresser

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