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17.04.2013

15:39 Uhr

Euro-Krise

Slowenien findet noch Käufer für Anleihen

Slowenien könnte zum nächsten Zypern werden. Die heutige Anleihe-Auktion galt als wichtiger Test. Diese Prüfung hat Slowenien zwar nun bestanden, doch die Skepsis der Investoren bleibt recht groß.

Slowenien leidet vor allem unter der Krise im Bankensektor. Reuters

Slowenien leidet vor allem unter der Krise im Bankensektor.

Ljubljana/PragDas angeschlagene Euro-Land Slowenien hat erfolgreich den Kapitalmarkt angezapft. Der Staat platzierte am Mittwoch 18-monatige Anleihen im Wert von 1,1 Milliarden Euro und erlöste damit gut doppelt so viel wie die angepeilten rund 500 Millionen Euro. Die Durchschnittsrendite für Anleger lag bei 4,15 Prozent, nach 3,99 Prozent bei der vorigen Emission dieser Papiere im Dezember 2011.

"Die starke Nachfrage verschafft der Regierung eine Atempause", sagte Nicholas Spiro, Chef des Analyse-Hauses Spiro Sovereign Strategy. Ministerpräsidentin Alenka Bratusek setzt darauf, dass das Land seine Probleme alleine lösen kann.

Slowenien gilt als ein Anwärter auf den Euro-Rettungsschirm. Das Land benötigt in diesem Jahr etwa drei Milliarden Euro, um seine verschuldeten Banken zu rekapitalisieren, fällige Anleihen zu bedienen und das Haushaltsziel zu erreichen. Die Finanzinstitute haben faule Kredite im Umfang von rund sieben Milliarden Euro angehäuft.

"Ich bin noch immer überzeugt, dass wir unsere Probleme selbst lösen können. Wir kennen die nötigen Schritte sehr genau und werden Anfang Mai einen Plan vorlegen", sagte Regierungschefin Bratusek am Dienstagabend im österreichischen Sender ORF. "Derzeit brauchen wir keine Hilfe, sondern nur einige Wochen Zeit, um die Sachen konkret vorzubereiten", fügte die Politikerin hinzu, deren Mitte-Links-Regierung seit rund vier Wochen im Amt ist.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Zuletzt hatte auch der Internationale Währungsfonds (IWF) das Euro-Sorgenkind gedrängt, seine Bankenkrise rasch anzugehen. Bratusek betonte: "Eine Maßnahme zur Sanierung des Bankensystems ist die Bad Bank, in die wir schlecht besicherte Forderungen von den Banken übertragen werden." Die erste Forderung solle im Juni übertragen werden. "Das wird ein Signal sein, dass wir wirklich mit der Sanierung der Banken begonnen haben." Die Notenbank des Landes plädiert dafür, die Privatisierungen zu beschleunigen. Die Regierung kontrolliert rund 50 Prozent der Wirtschaft über direkte und indirekte Anteile an Firmen.

Einen Teil der Erlöse der jüngsten Emission dürfte Slowenien dafür nutzen, um wie geplant Anleihen, die am 6. Juni fällig werden, früher abzulösen. Diese Papiere haben ein Volumen von rund 855 Millionen Euro.

Die zweite Rezession seit 2009 hatte zu einer verschärften Bankenkrise geführt und Spekulationen angeheizt, dass es Slowenien ergehen wird wie Zypern. Die drei größten Banken des Landes befinden sich in Staatsbesitz. Heimische Investoren haben in diesem Jahr 79 Prozent aller 2013 ausgebeben Schatzanweisungen abgenommen.

Kommentare (1)

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nadanntoll

17.04.2013, 16:01 Uhr

"Heimische Investoren haben in diesem Jahr 79 Prozent aller 2013 ausgebeben Schatzanweisungen abgenommen." D.h. doch wohl, dass die Papiere zu einem großen Teil bei bspw. den dortigen Banken in der Bilanz gelandet sind, die wiederum dann (natürlich "überraschend" in Schieflage geraten werden und dann wiederum vom EU-Steuerzahler (d.h. 1/3 stupid german money) gerettet werden müssen? Tolle EU.

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