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14.01.2011

06:03 Uhr

Euro-Raum

Verschnaufpause für die Krisenländer

VonAndrea Cünnen

Aufatmen angesagt: Nach Portugal begeben Spanien und Italien Anleihen - und, ein Glück, die Papiere aus den Euro-Krisenländern werden auch gekauft. Die Risikoprämien sinken. Die bessere Stimmung könnte jedoch bald schon wieder auf die Probe gestellt werden.

Neun Milliarden Euro aus Spanien und Italien haben die europäischen Anleihenmärkte am Mittwoch hinter sich gebracht. ap

Neun Milliarden Euro aus Spanien und Italien haben die europäischen Anleihenmärkte am Mittwoch hinter sich gebracht.

FRANKFURT. Die erste Finanzierungsrunde im neuen Jahr haben die europäischen Anleihemärkte gestern mit Auktionen über insgesamt neun Milliarden Euro aus Spanien und Italien hinter sich gebracht. Jetzt ist kurzes Aufatmen angesagt. Im Handel waren Anleihen aus allen Euro-Krisenländern nach den Bondplatzierungen aus Madrid und Rom - bei allerdings geringen Umsätzen - gefragt.

Beide Länder mussten zwar höhere Zinsen als zuletzt zahlen, die Aufschläge waren dennoch geringer, als Händler befürchtet hatten. "Kurzfristig dürfte sich die Lage jetzt etwas entspannen", sagt Luca Cazzulani, Analyst bei der Unicredit. Auch Peter Chatwell von der Crédit Agricole, spricht von einem kurzzeitigen Wendepunkt.

Die bessere Stimmung wird jedoch schon kommende Woche wieder auf die Probe gestellt. Am Donnerstag will Spanien erneut Anleihen aufstocken, und bis Ende des Monats ist zudem eine neue spanische Anleihe geplant. Auch Italien wird den Bondmarkt im Januar noch mehrfach anzapfen. Analysten erwarten, dass Spanien in diesem Jahr Anleihen über 94 Milliarden platzieren will. Für Italien - den größten Anleiheemittenten im Euro-Raum - werden Emissionen über fast 230 Milliarden Euro prognostiziert.

Dabei gelten Anleihen aus Italien am Markt zwar als wesentlich unkritischer als die aus Spanien. Dennoch sind auch die Kurse italienischer Anleihen im Zuge der Schuldenkrise unter Druck geraten und die Renditen entsprechend gestiegen. "Italien schwebt in der Gefahr, in den Strudel gezogen zu werden", meint Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba.

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