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11.08.2012

15:36 Uhr

Eurokrise

OECD für Staatsanleihenkäufe

Die OECD stimmt mit dem angekündigten Kurs der EZB überein. Sie will die Bank beim Kauf von unter Druck geratenen Staatspapieren unterstützen, um so die Eurokrise zu bekämpfen.

OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Reuters

OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

OsnabrückDie OECD stützt bei der Bekämpfung der Eurokrise die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Kauf von unter Druck geratenen Staatspapieren. Er stimme überein mit dem von EZB-Präsident Mario Draghi angekündigten Kurs und rechne damit, dass so die Krise vorübergehend entschärft werden könne, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Die Spekulanten werden ihre Wette gegen den Euro verlieren, weil die EZB dann alle Register ziehen wird.“ Ein Inflationsrisiko sehe er dabei derzeit nicht.

Die Regierungen von Staaten, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen, müssten im Gegenzug ihren Reformkurs weiterverfolgen. „Die EZB-Unterstützung gibt ihnen die dafür nötige Zeit“, sagte Gurria. Draghi hatte angedeutet, dass die EZB zusammen mit dem neuen Rettungsfonds ESM gegen Auflagen Staatsanleihen von Krisenstaaten erwerben will, um den Druck auf deren Renditen zu mildern. Derzeit machen hohe Refinanzierungskosten Spanien und Italien schwer zu schaffen.

Gurria warb auch für einen Verbleib Griechenlands im Euroraum. „Vielleicht braucht die neue Regierung etwas mehr Raum, um die harten Auflagen erfüllen zu können“, sagte er der Zeitung.

Von Deutschland verlangte der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), seiner Verantwortung in der Schuldenkrise stärker gerecht zu werden. „Deutschland ist in puncto Wettbewerbsfähigkeit so gut aufgestellt, dass es die Führungsrolle übernehmen sollte.“ Die OECD mit Sitz in Paris hat weltweit 34 Mitglieder, die meisten davon sind westliche Industriestaaten.

Die OECD stimmt mit dem angekündigten Kurs der EZB überein. Sie will die Bank beim Kauf von unter Druck geratenen Staatspapieren unterstützen, um so die Eurokrise zu bekämpfen.

Heftige Kritik an der Regierung in Athen kam dagegen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Griechenland hat nach seiner Meinung kein Interesse an Reformen zur Bewältigung der Krise. „Ich bin ernüchtert“, sagte Rösler dem Magazin „Focus“ laut Vorabbericht. Zwar habe er zusammen mit der deutschen Wirtschaft vielfältige Unterstützung angeboten. „Kaum eines unserer Angebote hat die griechische Seite genutzt“, kritisierte Rösler. Auch seien Reformzusagen „weitgehend folgenlos geblieben“.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

11.08.2012, 11:14 Uhr

Hoffentlich kommt bald eine Volksabstimmung, dass so eine Meinung wie von Guerria nicht mehr gebraucht wird.
Die Spitze is wohl der ECONOMIST Bericht ("Tempted, Angela?"), der an Unverfrohrenheit nicht zu überbieten ist.

r-tiroch@t-online.de

11.08.2012, 11:15 Uhr

was uns da so vorgelogen wird ist schon enorm, wenn durch Staatsanleihenkäufe kein inflationsririko entstehen soll.

Pequod

11.08.2012, 11:18 Uhr

Die selbstgemachte ''Eurokrise'' kann nur mit einer
baldingen, überfälligen Währungsreform gelöst werden.
Viele wissen das, verzögern das jedoch bewußt, weil
sie sonst brotlos werden würden, wie ein Großteil
der Bankrotteuros der ''Animal Farm'' in Brüssel,
die sich gerne der Lächerlichkeit preisgeben, solange
auf Kosten der Deutschen Steuerzahler gezahlt wird!!

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