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15.01.2014

15:11 Uhr

Eurokrise

Südeuropäische Anleiherenditen gehen zurück

Beim Bankenstress sollen Staatsanleihen schonend behandelt werden: Diese Nachricht der EZB sorgte für weitere Entspannung am Anleihemarkt. Die Renditen von Portugals Anleihen fielen auf den tiefsten Stand seit 2010.

Börsianern zufolge dämpften die jüngsten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Furcht der Investoren vor einem Bond-Ausverkauf durch die Banken. dpa

Börsianern zufolge dämpften die jüngsten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Furcht der Investoren vor einem Bond-Ausverkauf durch die Banken.

FrankfurtDie Aussicht auf eine schonende Behandlung von Staatsanleihen beim bevorstehenden Banken-Stresstest hat am Mittwoch für Aufatmen an den südeuropäischen Anleihemärkten gesorgt. Börsianern zufolge dämpften die jDie Aussicht auf eine schonende Behandlung von Staatsanleihen beim bevorstehenden Banken-Stresstest hat am Mittwoch für Aufatmen an den südeuropäischen Anleihemärkten gesorgt. Börsianern zufolge dämpften die jüngsten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Furcht der Investoren vor einem Bond-Ausverkauf durch die Banken.

Die Renditen der richtungsweisenden zehnjährigen portugiesischen Anleihen fielen auf 5,207 (Vortag: 5,326) Prozent und damit den tiefsten Stand seit 2010. Diejenigen der vergleichbaren Papiere aus Spanien und Italien gingen auf 3,772 beziehungsweise 3,857 Prozent zurück.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

„Einige Anleger hatten die Furcht, dass die EZB die Krise wieder anheizt, indem sie Banken für den Besitz über Gebühr bestrafen“, sagte Rabobank-Zinsstratege Richard McGuire. Vor diesem Hintergrund legten die Finanzwerte erneut zu. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg um bis zu 1,6 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 155,05 Punkte. Parallel dazu kündigte Portugal an, noch im ersten Halbjahr 2014 an den Kapitalmarkt zurückkehren zu wollen. Irland hatte vergangene Woche ein erfolgreiches Comeback gefeiert.

Von

rtr

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