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03.01.2008

13:58 Uhr

Europäische Börsen

Anleger trennen sich europaweit von Aktien

Die Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung und der hohe Ölpreis haben die Anleger am Donnerstag europaweit zu Aktienverkäufen veranlasst. Der Stoxx50 der größten europäischen Börsenwerte verlor bei insgesamt schwachen Umsätzen bis zum Mittag 0,4 Prozent auf 3621 Punkte.

HB FRANKFURT. Der EuroStoxx50 der wichtigsten börsennotierten Firmen der Euro-Zone gab um 0,3 Prozent auf 4326 Zähler nach. Schon am Vortag waren die beiden Indizes nach schwachen US-Konjunkturdaten abgerutscht.

"Die US-Konjunktur droht zu kippen", sagte ein Händler in Frankfurt unter Verweis auf am Mittwoch veröffentlichte schwache Konjunkturdaten für die weltgrößte Volkswirtschaft. Dies trägt nach Einschätzung von Börsianern zur wachsenden Verunsicherung bei. Verstärkt werde dies dadurch, dass Öl weiterhin knapp unter 100 Dollar je Fass kostet. Am Vorabend war der Ölpreis erstmals auf diese noch vor wenigen Jahren als nahezu unvorstellbar geltende Marke geklettert. "Öl ist eine weitere Zutat bei einer möglichen Abschwächung", sagte Commerzbank -Analystin Petra von Kessenbrock.

Gegen den Trend profitierten die Aktien von Energiekonzernen von dem Rekordständen beim Öl. Die Titel der britischen BP und der französischen Total legten jeweils rund 2,6 Prozent zu. Gekauft wurden auch die Anteilsscheine der beiden deutschen Energieversorger Eon und RWE, die jeweils rund 2,5 Prozent hinzugewannen. Angesichts des teueren Öls würden von den Unternehmen geplante Investitionen in regenerative Energien profitabler, erläuterten Börsianer.

Ein schwaches Weihnachtsgeschäft hat die Aktien von britischen Einzelhandelsunternehmen einbrechen lassen. Nach einer Gewinnwarnung stürzten die Titel des Elektronikhändlers DSG International um 22 Prozent ab. Verkauft wurden auch die Anteilsscheine der Bekleidungskette Next und des Baumarktbetreibers Kingfisher. Sie verloren 7,6 beziehungsweise 6,8 Prozent und verbuchten damit die höchsten Verluste im britischen Leitindex FTSE.

Die Sorge vor einer Konjunkturabschwächung in den USA belastete auch die Luxusgüterhersteller. Die Papiere der durch Marken wie "Cartier" oder "Monteblanc" bekannten Richemont fielen in Zürich um vier Prozent, die Anteilsscheine des Uhrenherstellers Swatch gaben 3,7 Prozent nach. Analysten wiesen jedoch auch darauf hinwiesen, dass schwache US-Geschäfte durch eine wachsende Kundenzahl in China aufgefangen werden könnten.

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