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28.01.2010

18:29 Uhr

Europäische Börsen

Eurostoxx rutscht auf Dreimonatstief

Die europäischen Märkte schlossen heute schwach. Negative Impulse aus den Vereinigten Staaten schicken die Börsen auf Talfahrt. Der Eurostoxx verliert 1,8 Prozent. Bankaktien gehörten zu den größten Verlierern des Tages.

HB PARIS/LONDON. Es geht weiter abwärts. Negative Impulse aus den USA haben die europäischen Börsen einmal mehr belastet. Nachdem schwache Konjunkturdaten für einen ersten Stimmungsknick sorgten, riss die schwache Wall Street die Notierungen in Europa endgültig mit in die Verlustzone. Händlern zufolge belasteten auch negative Aussagen von S&P zum britischen Bankensektor und die weiter bestehenden Sorgen um das vom finanziellen Kollaps bedrohte Griechenland. Die deutsche Bundesregierung wies Berichte über angebliche Überlegungen zu Hilfeleistungen zurück. Marktstratege Stephen Pope von Cantor Fitzgerald zufolge sieht der Markt derzeit eine moderate Korrektur. Eine wirkliche Trendwende befürchtet er aber nicht.

Der Eurostoxx 50 schloss mit Verlusten von 1,80 Prozent bei 2 737 Punkten auf seinem Tagestief. Das war der niedrigste Schlussstand für den europäischen Leitindex seit Anfang November 2009. In Paris fiel der CAC-40-Index um 1,89 Prozent auf 3 688 Zähler. An der Börse in London legte der FTSE 100 den Rückwärtsgang ein und verabschiedete sich mit Abschlägen von 1,37 Prozent bei 5 145,74 Zählern.

Aktien von Banken hatten dank versöhnlicher Töne des US-Präsidenten Obama gegenüber den Finanzinstituten lange zu den Gewinnern gehört, rutschten dann aber mehrheitlich in negatives Terrain ab. So gaben Unicredit als EuroStoxx-Schlusslicht um 4,05 Prozent auf 1,94 Euro ab und BBVA verbilligte sich um 2,57 Prozent auf 10,97 Euro. In London büßten Royal Bank of Scotland (RBS) 1,27 Prozent auf 33,29 Britische Pence ein. Am "Footsie"-Ende mussten AstraZeneca Verluste von 4,60 Prozent auf 2 905,00 Pence hinnehmen. Der zweitgrößte britische Pharmakonzern hatte trotz eines deutlichen Gewinnanstiegs im abgelaufenen Geschäftsjahr die Anleger nicht überzeugen können. Zudem erwarten die Briten ein schwieriges Jahr 2010.

Dagegen katapultierten begeistert aufgenommene Zahlen Nokia-Aktien mit plus 12,07 Prozent auf 10,109 Euro auf den ersten Platz im europäischen Leitindex. Der Mobiltelefonhersteller schöpft nach einem Krisenjahr neue Hoffnung.

Nach mehreren Monaten schafften es die Finnen im Schlussquartal, ihren Marktanteil wieder leicht zu steigern. Für 2010 geht Nokia von einem Wachstum des weltweiten Mobiltelefonmarktes von zehn Prozent aus. Titel von Hennes & Mauritz (H&M) sprangen um 8,16 Prozent auf 435,14 Schwedische Kronen hoch. Die Textilkette hatte dank einer Vielzahl neuer Läden das Geschäftsjahr mit einem kräftigen Umsatzwachstum im vierten Quartal abgeschlossen. Die Dividende will H&M von 15,50 auf 16,00 Kronen erhöhen.

Renault-Papiere verteuerten sich gegen den negativen Markttrend um 0,25 Prozent auf 33,94 Euro. Marktgerüchten zufolge will der Autobauer möglicherweise einen Teil seiner Volvo-Aktien abstoßen. Renault hält derzeit einen 20,7-prozentigen Anteil an Volvo. Eine Renault-Sprecherin sagte allerdings, ein Verkauf der Volvo-Aktien stehe nicht auf der Agenda.

Volvo lehnte einen Kommentar ab. Die Aktie des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers gab um 2,53 Prozent auf 61,55 Kronen nach.

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