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27.01.2010

18:29 Uhr

Europäische Börsen

Finanzwerte schicken Eurostoxx tief ins Minus

Die wichtigsten europäischen Börsen gehen schwach aus dem Handel. Vor allem Finanzwerte und Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten enttäuschen. Der Eusrostoxx verliert mehr als 1,4 Prozent.

dpa-afx PARIS/LONDON. Verluste bei den Finanzwerten haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch wieder ins Minus gedrückt. Auslöser dafür waren Händlern zufolge enttäuschende Geschäftszahlen der spanischen Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA). Damit setzten die wichtigsten Indizes ihre jüngste Talfahrt fort, die sie nur am Dienstag kurz unterbrochen hatten.

Auch enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA hätten die Anleger verstimmt, sagten Börsianer. In den Vereinigten Staaten war die Zahl der Verkäufe neuer Häuser im vergangenen Monat unerwartet und kräftig gesunken. Giuseppe-Guido Amato, Stratege beim Broker Lang & Schwarz, begründete das Minus zudem mit anhaltenden Sorgen um die griechischen Staatsschulden.

Der Eurostoxx 50 fiel am Ende um 1,43 Prozent auf 2 787,40 Punkte, nachdem er am Dienstag mit einem Plus von 0,73 Prozent aus dem Handel gegangen war. Der CAC-40-Index verlor in Paris 1,24 Prozent auf 3 759,80 Zähler. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 1,13 Prozent auf 5 217,47 Punkte nach unten.

Die Aktien der spanischen Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) mussten die mit Abstand stärksten Verluste im EuroStoxx verkraften. Die Papiere rutschten um 6,36 Prozent auf 11,2650 Euro ab. Experten kritisierten vor allem den starken Anstieg des Anteils der "faulen Kredite" bei der BBVA. Der Anteil wuchs nach Angaben des Geldhauses zwischen Ende September und Ende Dezember um etwa ein Prozent auf 4,3 Prozent. Ein Jahr zuvor war die Quote nur gut halb so hoch gewesen. Ein Händler bemängelte zudem die Höhe der Risikovorsorge bei der BBVA.

Auch andere Finanzwerte wurden verkauft. So sackten Banco Santander um 5,06 Prozent auf 10,2200 Euro ab und Intesa SanPaolo fielen um 2,94 Prozent auf 2,8050 Euro. Unicredit-Papiere verbilligten sich um 2,76 Prozent auf 2,0275 Euro.

In Großbritannien brachen die Aktien der Man Group um 6,50 Prozent auf 246,00 Britische Pence ein. Credit Suisse hatte das Kursziel für die Papiere des Hedge-Fonds-Managers von 320 auf 300 Pence reduziert. Die Experten rechneten mit niedrigeren Erträgen des Kernprodukts AHL. Wegen des schwachen Marktumfelds hatten zuletzt Kunden Gelder abgezogen. Darüber hinaus fielen die Titel der Royal Bank of Scotland (RBS) um 5,20 Prozent auf 32,99 Pence.

Ähnlich starke Verluste mussten auch die Aktien des britischen Ölkonzerns Tullow Oil verkraften. Die Papiere rutschten an der Börse in London um 4,60 Prozent auf 1 160,00 Pence ab, nachdem das Unternehmen eine Aktienplatzierung mit einem Volumen von etwa einer Milliarde Pfund bekannt gab. Insgesamt platzierte Tullow Oil 80,4 Mio. neue Aktien.

Titel des französischen Halbleiterherstellers STMicroelectronics verloren nach Zahlenvorlage 4,39 Prozent auf 5,83 Euro. Titel des Zementherstellers Lafarge litten unter negativ aufgenommenen Zahlen des mexikanischen Wettbewerbers Cemex und fielen um 4,49 Prozent auf 53,99 Euro.

Gegen den Trend gab es hingegen erneut ein Kursfeuerwerk bei den Aktien der niederländischen Sportwagenschmiede Spyker .

Diese sprangen nach der Übernahme des schwedischen Autobauers Saab zeitweise auf ein Tageshoch bei 6,80 Euro. Im weiteren Handel mussten die Papiere dann aber einen Teil der frühen Gewinne abgeben und legten noch um 41,07 Prozent auf 5,513 Euro zu. "Ich glaube nicht, dass die Aktie in großen Portfolios vertreten ist, aber es gibt wohl einige Privatanleger, die diese Geschichte feiern", sagte ein Händler.

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