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22.09.2015

13:15 Uhr

Europäische Staatsanleihen

Hoffnung auf EZB-Käufe drückt Renditen

Mit Wertpapierkäufen will die EZB eine Spirale fallender Preis und Investitionen verhindern. Anleger hoffen, dass die Notenbank ihre Bemühungen bald noch weiter verstärkt. Das drückt die Bondrenditen.

Die Europäische Zentralbank kauft im großen Stil Staatsanleihen. ap

Mario Draghi

Die Europäische Zentralbank kauft im großen Stil Staatsanleihen.

FrankfurtIn der Hoffnung auf verstärkte Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich Anleger am Dienstag mit europäischen Staatsanleihen eingedeckt. Dies drückte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundestitel auf 0,645 von 0,688 Prozent. Italienische Papiere rentierten bei 1,783 Prozent nach 1,805 Prozent am Vortag.

Am Montag hatte der Chefvolkswirt der Notenbank Italiens, Eugenio Gaiotti, in einem Reuters-Interview davor gewarnt, dass die EZB in ihrem Kampf gegen die drohende Deflation ins Hintertreffen geraten könne. Mit ihren Wertpapierkäufen will die Notenbank eine Spirale fallender Preis und Investitionen verhindern. Sie strebt eine Teuerung von knapp zwei Prozent an. Ihre Inflationsprognose für 2016 schraubten die EZB-Experten aber Anfang des Monats auf 1,1 von 1,5 Prozent zurück. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny betonte, dass die Teuerung niedrig bleiben werde, solange die Wirtschaft nur langsam wachse.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

„Ich bin nicht überzeugt, dass sie bereits für Oktober irgendwelche Maßnahmen signalisieren wollen“, sagte Volkswirt Elwin de Groot von der Rabobank. „Die Aussagen bestärken uns aber in der Einschätzung, dass die EZB ihre Stimuli wohl aufstocken muss, wenn sich zwischen heute und Dezember nichts ändert.“

Von

rtr

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