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11.01.2010

20:30 Uhr

Europäischer Aktienmarkt

Wall Street gibt kaum Impulse

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben sich am Montag uneinheitlich aus dem Handel verabschiedet. Händler begründeten die späte uneinheitliche Entwicklung mit den US-Börsen, die sich nach einem freundlichen Start zuletzt ebenfalls unterschiedlich entwickelten.

dpa-afx PARIS/LONDON. Laut Philip Gillett, Händler bei IG Markets in London, sorgten aber die positiven Konjunkturdaten aus China dafür, dass die Verluste nicht größer ausfielen. Der Eurostoxx 50 fiel um 0,25 Prozent auf 3 010,24 Punkte. Für den CAC-40-Index ging es in Paris um minimale 0,05 Prozent auf 4 043,09 Punkte nach unten. Der Ftse 100 ging indes mit einem Plus 0,07 Prozent bei 5 538,07 Zählern aus dem Handel.

Gute Konjunkturdaten aus China hatten für den größten Teil des Handelstages für Kauflaune bei den Anlegern gesorgt. Wie Gillett erklärte, würden die Daten die Überzeugung, dass die weltweite Wirtschaftserholung nach wie vor von den Fundamentaldaten gestützt werde, bestätigen.

Zu Beginn der Woche ist an den europäischen Börsen eine milliardenschwere Übernahme in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Der niederländische Braukonzern Heineken will den mexikanischen Mitbewerber Femsa kaufen und bietet 3,8 Mrd. Euro. Mit der Übernahme würde Heineken auf dem mexikanischen und dem brasilianischen Markt eine Spitzenposition übernehmen. "Der Femsa-Deal ist eine strategische Notwendigkeit für Heineken", schrieben die Analysten von SNS Securities in einer ersten Stellungnahme. Insgesamt sei die geplante Übernahme von Femsa durch Heineken auf ein positives Echo gestoßen, fasste der Händler Geoffrey Leloux von Keijser Capital die ersten Reaktionen zusammen. Die Heineken-Aktie zählte mit einem Plus von 3,26 Prozent auf 34,00 Euro zu den Favoriten an den europäischen Börsen.

Dank erneuter Übernahmespekulationen griffen die Anleger auch bei Aktien des Versicherungskonzern Swiss Life an der Börse in Zürich kräftig zu. Bei einem Schlussstand von 152,70 Schweizer Franken gingen die Titel mit einem Plus von 5,53 Prozent aus dem Handel. Nach neusten Spekulationen soll der größte deutsche Versicherungskonzern Allianz eine Offerte von bis zu 5,5 Mrd. Franken vorbereiten, hieß es auf der französischen Webseite "Wansquare.com". Christian Hamann, Analyst bei der Hamburger Sparkasse, hält ein Übernahmeangebot allerdings für weniger wahrscheinlich. "Der Schweizer Markt ist nicht sonderlich attraktiv und macht immerhin etwa die Hälfte des Geschäfts von Swiss Life aus", sagte der Experte.

Aktien der angeschlagenen britischen Barclays-Bank reagierten eher verschnupft auf Spekulationen über den Verkauf von zahlreichen Filialen. Zum Handelsschluss kostete eine Aktie 319,81 Britische Pence und damit 1,11 Prozent weniger. Kreisen zufolge soll der Verkauf von mehr als 300 britischen Niederlassungen bereits begonnen haben. Potenzielle Bieter hätten bis Ende des Monats Zeit, ihr Interesse zu bekunden, hieß es weiter.

Insgesamt gehörten Bankaktien im europäischen Handel zu den größten Verlierern. Auch die Anteilsscheine der ING , Credit Suisse und BNP Paribas schlossen mit Verlusten zwischen 2,48 und 1,41 Prozent. Indes gehörten Rohstoffwerte dank gestiegener Rohstoffpreise größtenteils zu den Favoriten. Ölaktien wie Eni , Royal Dutch Shell und Total, sowie Rohstofftitel wie die BG Group im Stoxx 50 und Lonmin im "Footsie" arbeiteten sich vor.

De Aktien des europäischen Rüstungs- und Raumfahrtkonzerns EADS verzeichneten Kursgewinne von 0,91 Prozent auf 14,48 Euro. Laut einem Pressebericht soll die Konzerntochter Airbus das Auftragsziel für das vergangene Jahr übertroffen haben. Schließlich sorgten Marktspekulationen über einen prestigeträchtigen Auftrag für Kursgewinne bei den Aktien des niederländischen Elektronikkonzern Philips . Die Papiere legten um 2,40 Prozent auf 51,53 Euro zu. Unter Händlern kursierte das Gerücht, dass Philips einen Zulieferauftrag für die neue Generation von "i-Phone"-Mobiltelefonen vom US-Computerbauer Apple erhalten haben soll.

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