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03.05.2011

11:05 Uhr

Europas Schuldenkrise

„Die Investoren zahlen für die Rettung“

VonJörg Hackhausen

ExklusivGriechenland steht vor der Pleite, denken die meisten Investoren. Andreas Utermann, Anlagestratege von Allianz Global Investors, ist anderer Meinung. Er hält Griechenlands Rettung für möglich – auf Kosten der Investoren.

Andreas Utermann von Allianz Global Investors fragt sich: Wie könnte eine Lösung aussehen, ohne dass dafür Steuergelder verwendet werden?

Andreas Utermann von Allianz Global Investors fragt sich: Wie könnte eine Lösung aussehen, ohne dass dafür Steuergelder verwendet werden?

Wird Griechenland eine Pleite vermeiden können?

Es muss nicht zwangsläufig zu einer Pleite kommen. Die anderen Euroländer können dies verhindern, wenn sie sich einig sind. Das wäre sogar in ihrem eigenen Interesse. Die Kosten einer Pleite wären um einiges höher, als die für eine Rettung. Denken Sie nur an die Banken. Die haben so viele Kredite an Länder wie Griechenland vergeben, dass einige im Falle einer Pleite ernsthafte Probleme bekommen könnten und gestützt werden müssten. Das wäre eine Belastung für jeden Staat. 

Wie soll die Rettung aussehen?

Um eine Restrukturierung der Schulden wird das Land nicht herumkommen. Die Frage ist nur: Wie könnte eine Lösung aussehen, ohne dass dafür Steuergelder verwendet werden?

Wer bezahlt dann die Rechnung? 

Am Ende könnten es die privaten Investoren sein, die Anleihen zu frühzeitig verkauft haben.

Viele versuchen momentan, ihre Papiere loszuwerden.

Genau. Am Markt gehen die meisten inzwischen von einer Pleite Griechenlands aus. Je größer diese Angst, desto mehr Investoren verkaufen ihre Papiere. Der Europäische Stabilisierungsfonds oder die Europäische Zentralbank sollten diese aufkaufen können. Sagen wir beispielsweise, sie kaufen zu einem Kurs von 80 und halten die Papiere bis zur Endfälligkeit - der Prozess kann sich über mehrere Jahre hinziehen.  Dank der Garantien und Kredite auf europäischer Ebene sprechen einige Gründe dafür, dass Griechenland die Anleihen am Ende wie geplant zu einem Kurs von 100 zurückzahlen kann.

Kommentare (10)

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An_das_Milchmaedchen

03.05.2011, 11:33 Uhr

Wie jetzt: Abschlag von 20%? Das soll reichen, um Griechenland einen Neustart zu ermöglichen?
Hallo?
Jemand zu Hause?
...

Icke

03.05.2011, 12:42 Uhr

Der vorgeschlagene Ansatz kostet in jedem Fall Steuergelder, die Gelder stammen lediglich aus verschiedenen Töpfen.

Nur wenn die Reformen in GR greifen und Griechenland seine Schulden nebst Zinsen zurückzahlen kann geht die Rechnung auf.
Das aber glaubt er wohl selbst nicht wenn er sagt: "Um eine Restrukturierung der Schulden wird das Land nicht herumkommen."

bhayes

03.05.2011, 12:45 Uhr

Er fordert de facto, dass die EZB die Schrottpapiere aufkaufen soll und dadurch die Steuerzahler das Verlustrisiko übernehmen sollen.
In KEINEM FALLE darf dies so geschehen, ganz im Gegenteil muss die EZB alle diese rechtswidrigen Transaktionen rückabwickeln. Auch darf muss der EFSF-Fonds sofort geschlossen werden und der ESM-Fonds darf nie eingerichtet werden.
Weitere Infos zum Thema siehe die Initiative "Nein zur Transferunion – Für stabiles Geld".

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