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04.11.2013

14:59 Uhr

Eurozone

Kaufinteresse bei Bundesanleihen bleibt

Während die Renditen von Staatsanleihen der Euro-Krisenländer steigen, locken die deutschen Bundesanleihen weiterhin die Investoren. Experten vermuten, dass die EZB diese Entwicklung nutzen wird.

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. Die EZB könnte im Laufe dieser Woche über Zinssenkungen in der Euro-Zone entscheiden. dpa

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. Die EZB könnte im Laufe dieser Woche über Zinssenkungen in der Euro-Zone entscheiden.

FrankfurtAn den Anleihemärkten überwogen am Montag die Abgaben. Lediglich bei Bundesanleihen gab es um die Mittagszeit anhaltendes Kaufinteresse. Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im Oktober lag wie erwartet bei 51,3 Zählern.

Bei den deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sank die Rendite um einen Basispunkt auf 1,68 Prozent. Der Bund-Future gab vier Basispunkte ab und notierte bei 141,89 Prozent.

„Während es Anzeichen für eine Verbesserung gibt in der Eurozone, ist die Erholung immer noch schwach“, sagte Luca Jellinek, Leiter europäische Zinsstrategie bei Credit Agricole Investmentbank in London. „Diese Umstände und der Rückgang bei den Verbraucherpreisen bieten der EZB bei ihrer Sitzung in dieser Woche wohl Gelegenheit, den Boden für eine Zinssenkung vorzubereiten.“

Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen rückte um drei Basispunkte vor und lag zuletzt bei 4,10 Prozent. Bei spanischen und französischen Anleihen gleicher Laufzeit stiegen die Renditen um je einen Basispunkt auf zuletzt 3,97 Prozent und 2,15 Prozent.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

In den USA rentierten Treasuries mit Fälligkeit in zehn Jahren einen Basispunkt niedriger bei 2,61 Prozent.

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