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17.09.2015

10:02 Uhr

Ewige Anleihe

Yale-Uni erhält Zinsen von fast 400 Jahre alter Anleihe

Für eine fast 400 Jahre alte ewige Anleihe kassiert die Eliteuniversität Yale einen dreistelligen Zinsbetrag. Die Anleihe zählt zu den fünf ältesten Anleihen der Welt, für die immer noch Zinszahlungen fällig werden.

Die Yale University in New Haven zählt zu den renommiertesten Universitäten der Welt. Reuters

Yale University

Die Yale University in New Haven zählt zu den renommiertesten Universitäten der Welt.

Die Universität Yale wird 136 Euro Zinsen auf eine ewige Anleihe vom niederländischen Wasserwirtschaftsamt de Stichtse Rijnlanden erhalten. Die Schuldverschreibung ohne Laufzeitbegrenzung wurde im Jahr 1648 ausgegeben. Der 1000-Gulden-Bond, der auf Ziegenleder geschrieben wurde, gehört zu den fünf ältesten Anleihen der Welt, die noch immer Zinszahlungen leisten, erklärte Clarion Wegerif, Sprecherin der Wasserbehörde. Das Geld wird am Montag ausgezahlt.

Yale hat nach Aussage von Wegerif das Wasserwirtschaftsamt kontaktiert, um die Zinsen zu kassieren. „Wir werden einen symbolischen Scheck aushändigen und den Rest überweisen“, sagte sie am Mittwoch telefonisch aus Houten in den Niederlanden gegenüber Bloomberg.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Die Universität, deren Stiftung auf ein Vermögen von 23,9 Mrd. Dollar (rund 21,2 Mrd. Euro) kommt, hatte die Anleihe im Jahr 2013 für 24.000 Euro als ein Artefakt gekauft. Seit dem Erwerb wurden der Universität keine Zinsen gezahlt, wie die Behörde mitteilte. Die Anleihe war ursprünglich ausgegeben worden, um eine kleine Anlegestelle am Fluss Lek in den Niederlanden zu bezahlen.

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