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12.01.2006

13:58 Uhr

Experten äußern Skepsis

Firmenanleihen unter Druck

VonAndrea Cünnen

Selten ähnelten sich die Ausblicke für Anleihen von Unternehmen so stark wie die für das laufende Jahr: Die meisten Experten erwarten, dass die Kurse von Unternehmensbonds fallen und im Gegenzug die Renditen und Risikoaufschläge zu Staatsanleihen steigen werden.

FRANKFURT. In den ersten Handelstagen in diesem Jahr sind die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen mit Ratings im vergleichsweise sicheren Bereich Investment-Grade zwar leicht gesunken. Gemessen an den Indizes von Merrill Lynch liegen die Spreads bei 0,55 Prozentpunkten und damit sehr niedrig. „Die momentane Euphorie darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in erster Linie die hohe Liquidität der Grund für den guten Start des Corporate Bond Markets in das neue Jahr war“, warnt die DZ Bank.

Auch Banken wie BNP Paribas, Citigroup, Dresdner Kleinwort Wasserstein, Hypo-Vereinsbank, JP Morgan, Merrill Lynch, Landesbank Baden-Württemberg und WestLB erwarten, dass die Risikoaufschläge in diesem Jahr zwischen 0,10 und 0,15 Prozentpunkten steigen werden. Das hört sich zwar nicht nach viel an, aber bei Anleihen sind die Schwankungen generell geringer als bei Aktien, und deshalb raten die Experten zur Vorsicht bei Zinspapieren von Unternehmen.

Ein Grund für die allgemeine Skepsis mit Blick auf die künftige Entwicklung ist, dass die Politik der Unternehmen wieder aktionärsfreundlicher wird: Sie investieren mehr und kaufen andere Firmen, um Wachstum und Gewinne zu steigern. Das gilt vor allem für Telekomunternehmen und Versorger. Dazu kaufen viele Firmen eigene Aktien zurück und schütten höhere Dividenden aus. Das alles geht zu Lasten der Anleiheinvestoren, die vor allem Wert darauf legen, dass die Firmen ihre Schulden abbauen und ihre Finanzkennzahlen verbessern, um ihre ausstehenden Bonds problemlos zurückzahlen zu können.

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