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28.01.2005

11:00 Uhr

Experten favorisieren Nebenwerte und Hersteller von Grundstoffen

Starke Zahlen geben deutschen Export-Aktien neuen Schwung

VonPatrick Mönnighoff (Handelsblatt)

Deutschland bleibt Exportweltmeister. Das hat das Statistikamt Destatis vor wenigen Tagen gemeldet. Auch für Anleger ist das eine gute Nachrichten. Denn das weiter boomende Auslandsgeschäft beflügelt viele Aktienkurse.

HB DÜSSELDORF.Angetrieben wird der Export von dem starken Wachstum der Weltwirtschaft, das im vergangenen Jahr ein neues 20-Jahres-Hoch erreichte. Obwohl noch immer fast zwei Drittel der Ausfuhren in Mitgliedstaaten der Europäischen Union gehen, werden neue Absatzmärkte in Asien, in denen die Nachfrage nach deutschen Produkten rasant ansteigt, immer wichtiger. Gleichzeitig genießen Waren „made in Germany“ in etablierten Regionen wie den USA noch immer einen guten Ruf. Insgesamt legten die deutschen Ausfuhren im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent zu (siehe Grafik). Der gesamte Wert deutscher Ausfuhren kletterte auf ein neues Rekordhoch bei 731 Mrd. Euro. Die USA rangieren mit rund 650 Mrd. Euro abgeschlagen auf Platz zwei.

Einig sind sich die Experten, dass der Export auch im laufenden Jahr die treibende Kraft der deutschen Wirtschaft sein wird. „Ein gravierender Einbruch ist sehr unwahrscheinlich“, sagt Christoph Niesel, Fondsmanager bei Union Investment. „Die vor allem von China angetriebene hohe Dynamik der vergangenen Jahre wird sich zwar leicht abschwächen“, erwartet Rolf Schneider, Leiter Volkswirtschaft bei der Dresdner Bank. Es bestehe jedoch kein Zweifel, dass Deutschland auch Ende 2005 als Export-Weltmeister dastehen wird.

Anleger, die davon profitieren wollen, müssen jedoch einiges berücksichtigen. So ist zum Beispiel der starke Euro für die Statistik von Vorteil, da er den Wert der deutschen Exporte gegenüber den der Ausfuhren aus den USA erhöht. Auf der anderen Seite sind deutsche Produkte angesichts des schwachen Greenbacks im Ausland jedoch oftmals relativ teuer und das ist schlecht für den Wettbewerb.

Ein Nachteil, den längst nicht alle Konzerne ausgleichen können: „Vor allem Aktien von Unternehmen, die im Ausland direkt an die Konsumenten verkaufen, sind mit Vorsicht zu betrachten, da sie die Währungsnachteile und die hohen Rohstoffpreise nicht an die Kunden weitergeben können“, sagt Fondsmanager Niesel. Papiere aus dem deutschen Exportsektor Nummer eins, der Automobilindustrie, böten wegen der günstigen Bewertung zwar Überraschungspotenzial, sie seien jedoch relativ riskant, sagt Niesel.

Interessanter sind da schon viele Titel aus dem Maschinenbau. „Ich kenne kaum ein im MDax, TecDax oder SDax notiertes Unternehmen in dem Sektor, das nicht mindestens 60 oder 80 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet“, sagt Peter Rothenaicher, Branchenexperte bei der Hypo-Vereinsbank.

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