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07.06.2013

16:56 Uhr

Experten-Umfrage

Fed wird Anleihekäufe zurückfahren

Volkswirte sind sich fast einig: Die Fed wird ihre Anleihekäufe zurückfahren. Die Ökonomen streiten nur über den Zeitpunkt. Doch egal, wann dieser kommt, steht Bernanke ein Drahtseilakt bevor.

Fed-Chef Ben Bernanke dürfte die Anleiheläufe noch in diesem Jahr reduzieren. dpa

Fed-Chef Ben Bernanke dürfte die Anleiheläufe noch in diesem Jahr reduzieren.

Frankfurt/WashingtonVolkswirte gehen davon aus, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihre Bondkäufe am Ende des Jahres reduzieren wird. Das geht aus einer Bloomberg-Umfrage hervor.

Die Notenbanker um den Vorsitzenden Ben Bernanke werden ihr Programm zur sogenannten quantitativen Lockerung auf der am 29. und 30. Oktober stattfindenden Sitzung des Offenmarktausschusses auf 65 Milliarden Dollar monatlich senken, so die mittlere Prognose in einer Umfrage unter 59 Ökonomen in dieser Woche. Derzeit liegt das Volumen bei 85 Milliarden Dollar monatlich. In der vorhergehenden Umfrage hatten die Volkswirte allerdings eine stärkere Reduzierung der Anleihekäufe auf 50 Milliarden Dollar erwartet.

Die Diskussionen unter den Zentralbankern, wann und wie sie ihre beispiellos lockere Geldpolitik wieder umkehren können, hat die Finanzmärkte in Unruhe versetzt. Der Standard & Poor's 500 Index ist von seinem Rekordhoch am 21. Mai um 2,8 Prozent gefallen, und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist von einem Tiefpunkt bei 1,63 Prozent im Mai auf 2,08 Prozent gestiegen.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

„Selbst diejenigen, die sich für einen graduellen Ausstieg aussprechen, rechnen zunächst mit einem ziemlich kleinen Schritt, um die Reaktion zu prüfen”, sagte Julia Coronado, Chefvolkswirtin Nordamerika bei BNP Paribas in New York und ehemals Ökonomin bei der Fed. Das haben man aus den Diskussionen unter den Geldpolitikern ersehen, führte sie aus.

Bei der ersten Reduzierung des Bondkaufprogramms wird die Fed laut Prognose der Ökonomen ihre Käufe von insgesamt 65 Milliarden Dollar auf 30 Milliarden Dollar an Hypothekenanleihen und 35 Milliarden Dollar an Treasuries aufteilen. Damit würden die Käufe in beiden Kategorien jeweils um 10 Milliarden Dollar verringert.

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