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15.11.2013

07:37 Uhr

Exxon-Mobil

Warren Buffett setzt auf Öl und Gas

Starinvestor Warren Buffett hat für mehrere Milliarden Dollar Anteile an der Esso-Mutter Exxon-Mobil gekauft. Es ist sein größter Aktiendeal seit etwa zwei Jahren.

OmahaUS-Starinvestor Warren Buffett setzt auf Öl und Gas. Wie aus seinem neuesten Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC vom späten Donnerstag (Ortszeit) hervorgeht, hat sich seine Investmentholding Berkshire Hathaway mit Aktien des Energiemultis Exxon-Mobil im Wert von aktuell 3,7 Milliarden Dollar eingedeckt (2,7 Mrd. Euro).

Nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg ist dies Buffetts größter Aktiendeal seit dem Einstieg beim IT-Konzern IBM vor zwei Jahren für 10,7 Milliarden Dollar. Weitere Beteiligungen im zweistelligen Milliardenbereich hält das „Orakel von Omaha“ am Kreditkartenanbieter American Express, am Getränkekonzern Coca-Cola sowie an der Bank Wells Fargo.

Buffetts eiserner Grundsatz ist, ausschließlich in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft er auch versteht. Von ExxonMobil hat er nun 40,1 Millionen Aktien im Portfolio liegen. Der US-Ölkonzern war lange das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, bis er vom iPhone-Hersteller Apple überholt wurde. Zu Exxon-Mobil gehört auch die Tankstellen-Kette Esso.

Wer ist Warren Buffett?

Die Grundlagen

Warren Buffett, geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, war seit frühester Kindheit von Zahlen fasziniert. Sein Vater besaß ein Lebensmittelgeschäft und war Aktienhändler. Mit acht Jahren las er Bücher über die Börse, mit elf arbeitete er in einem Brokerhaus.

Der Förderer

Buffett verschlang das Buch von Professor Benjamin Graham „Intelligent Investieren“ und ging zu ihm an die Columbia Business School. Graham gefiel der junge Mann auch und er lud ihn ein, mit in seinem Unternehmen zu arbeiten. Als sich Graham 1956 zur Ruhe setzte, ging Buffett mit dem verdienten Geld sowie geliehenem zurück nach Omaha und gründete mit 25 Jahren eine Investment-Beteiligungsgesellschaft.

Buffett Partnership , LTD

Die Gesellschaft hatte sieben Teilhaber, die zusammen gut 100.000 Dollar einzahlten. Sie bekamen jährlich sechs Prozent ihrer Anlagesumme und 75 Prozent des Gewinns. Die übrigen 25 Prozent gingen an Buffett.

Der Aufstieg

Obwohl der Dow Jones in fünf der nächsten 13 Jahre fiel, vermehrte er das Geld um knapp 30 Prozent jährlich. Kein Wunder, dass immer mehr bei ihm investieren wollten. 1962 begann er außerdem, Aktien von Not leidenden Firmen zu kaufen. So auch die einer Textilfirma namens Berkshire Hathaway.

Berkshires Umwandlung

Nachdem sich die Buffett Partnership aufgelöst hatte und alle Gesellschafter ausgezahlt worden waren, übernahm Buffett Berkshire Hathaway mit seinem Anteil von 25 Millionen Dollar. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen 40 Jahre währt und legendär geworden ist. Berkshire wurde von der Textilfirma zur Beteiligungsgesellschaft.

Buffetts Bilanz

Buffetts wesentliches Ziel war lange Jahre, den Buchwert von Berkshire Hathaway um jährlich 15 Prozent zu steigern. Doch das übertraf er bei weitem. Innerhalb von 40 Jahren steigerte sich das Eigenkapital zudem von 22 Millionen Dollar auf 69 Milliarden Dollar, der Buchwert pro Aktie von 19 auf knapp 60.000 Dollar. Dabei unterliegt Berkshire Hathaway der Einkommen- wie auch der Kapitelertragsteuer.

Das Prinzip

Buffett mag es, „Gewissheiten mit Abschlag“ zu kaufen, wie er es formuliert. Ihm liegt also viel daran, dass die Vorhersehbarkeit der Entwicklung eines Unternehmens vorhanden ist. Und Buffett kauft nur dort, wo er das Geschäftsmodell vollkommen versteht. Das nennt er „Kompetenzradius“. Ihm liegt viel an geringen Schulden, hoher Kapitalrendite und einer guten Führungsmannschaft.

Das Dilemma

Buffett hat sehr oft ein Problem: Die Aktien, die er kaufen will, werden nur selten mit Preisabschlägen gehandelt. Zumindest in den Branchen, wo sein „Kompetenzradius“ liegt. So viel Glück wie bei Amex hat man eben nur selten.

American Express

Das erste und wichtigste Investment war American Express (Amex). 1962 fiel die Aktie der Kreditkartenfirma nach einem Skandal über Nacht von 65 auf 33 Dollar. Buffett hielt Amex grundsätzlich aber für stark und handelte zielstrebig. Er nahm 13 Millionen Dollar in die Hand – immerhin 40 Prozent des Gesamtvermögens seiner Gesellschaft. Der Börsenkurs stieg und Buffett sackte allein in den ersten beiden Jahren einen Profit von 20 Millionen Dollar ein.

Das Versicherungsgeschäft

Im März 1967 kauft Berkshire Hathaway für 8,6 Millionen Dollar Aktien von zwei Versicherern: National Indemnity Company und National Fire and Marine Insurance Company. Es war der Beginn einer phänomenalen Erfolgsstory in dieser Branche. Sie passte perfekt zu Buffetts Anlagestrategie. Es folgten weitere Zukäufe, unter anderem auch bei Rückversichern wie General Re. 

Washington Post

Buffetts Geschichte mit dem Medienkonzern ist in zweifacher Hinsicht eine besondere: Zum einen half er der Geschäftsführung in schwierigen Zeiten entscheidend weiter, zum anderen mehrte der spätere Erfolg sein Vermögen. Die Investition hat sich ungefähr verfünfzigfacht. Aber vor allem „zementierte“ die Post laut Finanzjournalisten Buffetts Ruf als „Meister-Investor“ in den 70er-Jahren.

Coca-Cola

Buffett liebte Coca-Cola seit Leben lang. Doch die ersten Aktien kaufte er erst 1988. Das Unternehmen passt perfekt zu Buffetts Vorliebe, große Kapitalmengen mit hoher Investitionsrendite einsetzen zu können. Die bekannteste Marke der Welt ist für Bufett auch das wertvollste Geschäftskonzept der Welt. Cherry Coke ist heute übrigens das offizielle Getränk der Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway.

Gillette

Rasierklingen brauchen die Menschen auch in Krisenzeiten. Buffetts Interesse an Gillette erwachte in den 80er-Jahren. Damals galt das Unternehmen an der Wall Street als reifes, langsam, aber stetig wachsendes Unternehmen – also perfekt für eine Übernahme durch Berkshire Hathaway. Als Gillette 1991 einen Aktiensplit vornahm, bekam Berkshire Hathaway für seine Vorzugsaktien elf Prozent der Stammaktien. Der Wert der Investition stieg innerhalb von zwei Jahren von 600 Millionen auf 875 Millionen Dollar.

Fruit of the Loom

Fruit of the Loom gehört seit 2002 zu Berkshire Hathaway. Das Unternehmen stellt rund ein Drittel der Herren- und Jugendwäsche her, die in den USA verkauft wird. Buffett gab 835 Millionen Dollar für Fruit of the Loom aus.

Clayton Homes

Ebenfalls im Jahr 2002 entschied sich Buffett, Clayton Homes zu übernehmen. 1966 durch den Sohn eines Farmpächters gegründet, ist das Unternehmen heute der größte Fertighaushersteller der USA. Die Idee entstand übrigens auch, weil sich Buffett über die „fürchterlichen Verbraucherfinanzierungs-Praktiken“ aufregte.

Wells Fargo

Im Oktober 1990 hat Berkshire Hathaway für 289 Millionen Dollar Aktien an Wells Fargo erworben. Das war damals sehr mutig, denn viele „Bären“ an der Wall Street wetteten auf den Niedergang der kriselnden Bank aus San Francisco. Doch Wells Fargo überstand die kritische Phase und war 2003 die einzige US-Bank mit dem Top-Kreditrating AAA.

Schneller als erwartet rücken Buffett und seine Holding Berkshire Hathaway damit wieder ins Rampenlicht. Denn die Kassen des Unternehmens sind prallgefüllt. Am Ende des dritten Quartals betrug der Kassenwert rund 42,1 Milliarden Dollar.

Mit diesem Geld will Buffett auf Einkauftour gehen - der Kauf der Exxon-Mobile-Aktien belegt es. Ganz nach dem Motto des Value-Investments wird er dabei große Werte im Auge haben, die er persönlich als „Elefanten“ bezeichnet.

Die Aktie von Exxon-Mobil sei nach Ansicht von Buffett unterbewertet und vom Markt zuletzt kaum beachtet worden, sagte David Kass, ein Professor von der Robert H. Smith School of Business an der Universität von Maryland. "Er kennt die Gesellschaft gut", fügte er hinzu.

Kommentare (5)

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Heidi

15.11.2013, 08:50 Uhr

Witzig... Irre ich mich - oder habe ich vor geraumer Zeit mal im Handelsblatt gelesen daß Buffett in Solar- oder Windtechnik investiert?
Fazit: Warren Buffett investiert in so ziemlich Alles was man sich denken kann. Wichtig dabei ist wohl nur daß die jeweiligen Verlautbarungen dann kommen wenn ein entsprechender Deal gelaufen ist damit die üblichen "Hinterherhechler" ihren persönlichen Beitrag zur Wertentwicklung von Buffetts Depot leisten können.
Da kann man eigentlich nur Allen Beteiligten viel Spaß wünschen. Der Warren hat ihn bestimmt und ich gönne es ihm sogar. Wo kämen wir schließlich hin wenn die Dummen mehr Geld hätten als die Klugen?

Account gelöscht!

15.11.2013, 09:05 Uhr

"Witzig... Irre ich mich - oder habe ich vor geraumer Zeit mal im Handelsblatt gelesen daß Buffett in Solar- oder Windtechnik investiert? "

:), alle Ölkonzerne investieren und forschen dort, und nicht zu knapp. Buffet ist zwar alt, aber blöd isser nicht.

Andrew6466

15.11.2013, 11:23 Uhr

Es ist doch so: Wer den Kursverlauf der A-Aktie von Berkshire Hathaway nachvollzieht, wird unschwer erkennen können, dass dieser sich mit den Zukäufen diverser gewinnbringender Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen, im Verlauf mehrerer Jahrzehnte, nach oben bewegt hat. Somit spiegelt der Kurs in Relation zum Wert des Unternehmens einen reellen Wert wieder. Durch den Zukauf von Exxon Mobile Aktien wird diese Erfolgslinie konsequent weitergeführt. Was dies für den Kurs, bzw. den eigentlichen Wert der Berkshire A-Aktie, von der es ja bekannter Maßen auch eine B-Aktie zu einem erschwinglichen Preis gibt bedeutet, liegt auf der Hand.

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