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13.01.2016

14:51 Uhr

EZB und Griechenland

Anleihekäufe vom Athener Reformkurs abhängig

Griechenland ist seit 2015 von der direkten Geldversorgung über die EZB abgeschnitten. Jetzt will das Land in den Genuss des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank kommen. Deren Präsident stellt Bedingungen.

Wann die Käufe von griechischen Bonds durch die EZB starten, hängt von einer erfolgreichen Überprüfung der Reformschritte Athens ab. dpa

Alexis Tsipras

Wann die Käufe von griechischen Bonds durch die EZB starten, hängt von einer erfolgreichen Überprüfung der Reformschritte Athens ab.

FrankfurtGriechenland muss laut EZB-Chef Mario Draghi auf Reformkurs bleiben, um in den Genuss des Riesen-Anleihenprogramms der Währungshüter zu kommen. Wann die Käufe von griechischen Bonds durch die Europäische Zentralbank (EZB) dann starteten, hänge unter anderem von einer erfolgreichen Überprüfung der Reformschritte ab, schrieb Draghi in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an griechische Europaabgeordnete. Ein erster Schritt dahin sei auch die Reaktivierung der Sonderregel für griechische Anleihen. Griechenlands Kreditgeber werden Insidern zufolge voraussichtlich ab dem 18. Januar mit dem ersten Check des aktuellen Hellas-Reformprogramms beginnen.

Das Ägäis-Land ist seit Frühjahr 2015 von der direkten Geldversorgung über die EZB abgeschnitten. Die Notenbank hatte damals eine Sondergenehmigung für griechische Anleihen gekippt, die ihr die Annahme von Bonds des Krisenstaates als Pfänder für frisches Zentralbankgeld trotz schwacher Bonitätsnoten gestattete. Seitdem sind Banken zur Geldversorgung überwiegend auf ihre heimische Notenbank in Athen angewiesen. Dieser Weg ist aber teurer als eine Versorgung über die EZB. An dem großen Anleihenkauf-Programm der EZB zur Stützung der Konjunktur im Währungsraum wurden griechische Titel von vorneherein nicht berücksichtigt.

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EZB-Vizechef Vitor Constantio hatte Anfang Dezember die Aufnahme von Griechenland in das große Anleihen-Kaufprogramm als komplexe Sache bezeichnet. Erst vor wenigen Wochen hatte der Vize-Cef der Athener Notenbank, Ioannis Mourmouras, gesagt, die EZB wolle ausloten, ob sie griechische Banken wieder direkt mit frischem Zentralbankgeld versorgt. Das stehe auf der Agenda von Mario Draghi, sagte er.

Von

rtr

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