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20.02.2012

18:01 Uhr

EZB vs Bundesbank

Streit über Gewinne aus Griechen-Bonds

Die nationalen Notenbanken wollen selbstständig darüber entscheiden, ob sie Gewinne aus Griechenland-Anleihen an Griechenland weiterleiten. Die EZB sei nicht zuständig, argumentiert die Bundesbank.

Die EZB hat Hellas-Papiere im Nennwert von schätzungsweise 50 Milliarden Euro gekauft. dpa

Die EZB hat Hellas-Papiere im Nennwert von schätzungsweise 50 Milliarden Euro gekauft.

BerlinDie Bundesbank hält die EZB bei einer Entscheidung über eine Zweckbindung von Gewinnen aus Griechenland-Anleihen für nicht zuständig. „Die nationalen Notenbanken entscheiden selbstständig“, verlautete am Montag aus Kreisen der Bundesbank.

Derzeit wird geprüft, ob die Mitgliedstaaten die Gewinne über den vorläufigen Rettungsschirm EFSF an Griechenland weiterleiten könnten, bestätigte EZB-Chefjurist Antonio Sainz de Vicuna dem „Handelsblatt“ . „Es gibt Möglichkeiten, solche Gewinne mit einer Zweckbindung zu versehen“, merkte der Spanier an. Dies sei zwar eine politische Entscheidung, aber das Euro-System aus Europäischer Zentralbank und nationalen Notenbanken müsse möglicherweise zustimmen, um die Prozedur rechtlich wasserdicht zu machen.

Dies stößt in Bundesbank-Kreisen auf Ablehnung: „Die EZB hat darüber nicht zu befinden, auch nicht im Rahmen des Eurosystems.“ Die EZB darf den Statuten zufolge nicht als Staatsfinanzierer auftreten. Sie hat zur Stützung der Finanzmärkte in der Euro-Krise Staatsanleihen von Schuldenländern wie Irland, Spanien, Portugal und Italien im Volumen von rund 220 Milliarden Euro aufgekauft - darunter sind auch Hellas-Papiere im Nennwert von schätzungsweise 50 Milliarden Euro. Da sie die Papiere zu niedrigen Kursen erworben hat und bis zur Endfälligkeit halten will, ergeben sich daraus Buchgewinne.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

20.02.2012, 18:29 Uhr

"Die EZB darf den Statuten zufolge nicht als Staatsfinanzierer auftreten. Sie hat zur Stützung der Finanzmärkte ... Staatsanleihen ... aufgekauft - ..."

Also widerrechtlich.

fjv2

20.02.2012, 18:32 Uhr

"Da sie die Papiere zu niedrigen Kursen erworben hat und bis zur Endfälligkeit halten will, ergeben sich daraus Buchgewinne"

LOL, Buchgewinne bis zur Endfälligkeit?

Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass die Griechenland jemals in der Lage ist, diese bei Endfälligkeit zu bezahlen.

Eine Rückstellung für den kommenden Verlust ist der richtige Weg

Karola

20.02.2012, 20:06 Uhr

Dieser Monti hat uns gerade noch gefehlt.

Die EZB (inklusive Politiker) schaufelt gerade unser aller Grab. Was denken sich diese Menschen eigentlich? Da muß ich in einem Artikel zuvor lesen, daß sich die Krise ja bald in Luft auflöst. Es macht mich krank jeden Tag von den Superschlauen die Superartikel lesen zu müssen. Ich frage mich nur, wie wir in diese Lage angesichts der Weisheit in den Gazetten überhaupt kommen konnten.

Ich bin immer ein Europäer gewesen, aber nun der festen Überzeugung, daß Deutschland sich so schnell wie möglich aus diesem Verbund lösen sollte mit der Wiedereinführung der DM.

Alles andere wird ins Chaos führen.

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