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04.10.2011

14:29 Uhr

Fallende Börsenkurse

So schlimm wie 2008 kommt es nicht!

VonUlf Sommer

Die Lage an den Märkten erinnert fatal an das Jahr 2008. Damals rissen die Banken die gesamte Wirtschaft in die Krise. Doch der Vergleich hinkt. Diesmal sind die Unternehmen viel besser gewappnet. Eine Analyse

Ulf Sommer, Handelsblatt-Redakteur. Pablo Castagnola

Ulf Sommer, Handelsblatt-Redakteur.

Düsseldorf"Ich fühl mich zwar gut, aber wenn die Börsen abstürzen und mit ihr die Stimmung, dann akzeptiere ich, dass es mir schlechtgeht." So erscheint derzeit die Lage angesichts boomender Gewinne der deutschen Firmen und glänzender Perspektiven in den Schwellenländern, aber einer sich gleichzeitig verdüsternden Stimmung.

Sie wird ausgelöst durch die nicht enden wollenden Schuldenkrisen in Euro-Land und den USA. Das Kalkül der Pessimisten: Rutschen erst die Börsenkurse und die Stimmung in den Keller, dann wird sich die Realwirtschaft schon bald anstecken. Gemäß der Weisheit, dass Wirtschaft zu 50 Prozent Psychologie ist, wie schon unser Wirtschaftswunderkanzler Ludwig Erhard gesagt haben soll.

Mehr noch: Die täglich wachsende Schar von Pessimisten ruft das Jahr 2008 in Erinnerung. Damals boomten die Firmengewinne ähnlich stark wie jetzt, die Bilanzen sahen gut aus, weil die Unternehmen wenig verschuldet waren und viel Bares auf die Seite gelegt hatten. Doch all das nutzte am Ende nichts, als die Immobilien- und Bankenkrise im Herbst 2008 die Realwirtschaft erfasste. Deutschland fiel in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte, und die Gewinne der großen börsennotierten Konzerne brachen um über die Hälfte ein. Vor Kraft strotzende Unternehmen wie Daimler schrieben plötzlich tiefrote Zahlen, was noch im Sommer 2008 nicht vorstellbar erschien.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

- 0,04Prozent

CSI300

- 0,5 Prozent

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Dennoch: Fallende Börsenkurse, eine schlechte Stimmung und Krisenängste, ähnlich wie vor drei Jahren, reichen nicht aus, damit sich das Szenario 2008/09 heute wiederholen kann.

Richtig ist zwar, dass damals die schlechte Stimmung, ausgelöst durch die Immobilienkrise, die konjunkturellen Frühindikatoren einbrechen ließ. Genauso verursacht diesmal die Schuldenkrise die miesen Perspektiven. Doch erst die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman im September 2008 ließ die Unternehmen plötzlich in Schockstarre verfallen. Sie stornierten im Frühherbst 2008 bereits erteilte Aufträge und blockierten Investitionen. Der Grund: Niemand wusste, was die Pleite einer so großen Bank auslösen würde oder ob gar das gesamte Finanzsystem zusammenbrechen würde. Die Angst vor dem Ungewissen brachte die Wirtschaft innerhalb weniger Tage zum Stillstand.

Der damalige Vorstandschef des weltgrößten Chemieherstellers BASF, Jürgen Hambrecht, meinte noch im September 2008, dass von einer Rezession keine Rede sein könne. Er ging davon aus, den Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen gegenüber dem Boomjahr 2007 nochmals steigern zu können. Nur drei Monate später reagierte BASF auf die plötzliche Krise mit Kurzarbeit und legte große Anlagen vorübergehend still. Der Betriebsgewinn sank 2008 um zehn Prozent.

Kommentare (41)

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Hansi

04.10.2011, 14:39 Uhr

Ihren Optimismus in Ehren, aber eine ausgewachsene Währungskrise (Handelsbilanz & Zahlungsbilanz, Stichwort Target 2) in den europäischen Industrieländern soll ohne beinharte Rezession über die Bühne gehen? Reichlich blauäugig, würde ich sagen.

Pro-FED

04.10.2011, 14:40 Uhr

Bleiben wir doch auf dem Teppich.

all diese Krisen sind doch nur gemacht worden, um uns für die feindliche Übernahme durch die Illuminaten sturmreif zu schießen:

Es ist der Plan der globalen Elite, die Welt zu beherrschen und ihre "eine Welt" oder ihre "Welt AG" zu etablieren. Sie wollen die Welt nicht unbedingt regieren, sondern sie total kontrollieren und besitzen. Sie wollen die weltumspannende Konzerndiktatur, wo sie dann den Vorstand bilden.

Denn rein wirtschaftlich gesehen, gibt es überhaupt keinen Grudn für die Krise. Und man komme mir nicht mit GR, als Ursache. GR ist so unbedeutend klein,d ass es schon lachhaft ist, das als Grund für diese Krise zu missbrauchen.

MikeM

04.10.2011, 14:45 Uhr

Diese Krise ist durch die Politik verschuldet. Das Vertrauen ist weg, der Euro wackelt. Die Völker werden von ihren Regierungen belogen und verarscht. Ich befürchte, 2008 war nichts, verglichen mit dem was uns jetzt noch bevorsteht.

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