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17.07.2012

15:23 Uhr

Fed könnte Euro stützen

Unsicherheit am Rentenmarkt bleibt

Die Schuldenkrise bremst den Euro weiterhin: Der Rückgang der spanischen Renditen lockte die Investoren nicht wieder an den Markt und die Anleger sind am Rentenmarkt extrem verunsichert.

Spanien muss immer höhere Zinsen zahlen. dpa

Spanien muss immer höhere Zinsen zahlen.

FrankfurtAm Rentenmarkt bleiben die Anleger extrem verunsichert. Auch der Rückgang der spanischen Renditen bei einer Auktion von Geldmarkttiteln lockte die Investoren nicht wieder an den Markt. Doch immerhin verharrte die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihen deutlich unter sieben Prozent - jener magischen Marke, ab der langfristig ein Euro-Land nach Einschätzung von Analysten bei der Refinanzierung Probleme bekommt. Zum Vorabend zog die Rendite auf 6,88 von 6,80 Prozent an. Viele Anleger nahmen bei den deutschen Anleihen aber auch ihre Gewinne mit. Der Bund-Future rutschte um 27 Ticks auf 144,78 Zähler ab. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen stieg auf 1,25 von 1,24 Prozent.

Spanien hatte am Morgen Schuldtitel mit Laufzeiten von zwölf und 18 Monaten verkauft und dafür einen geringeren Zins als zuletzt zahlen müssen. Dennoch war die Nachfrage der Anleger deutlich höher als das Angebot. Analysten äußerten sich dennoch skeptisch. "Es fehlen immer noch die Details für die Banken-Rettung", sagte Orlando Green, Stratege bei Credit Agricole. Die Euro-Finanzminister werden die Konditionen für die Spanier am Freitag beraten, wie eine Sprecherin von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker mitteilte.

In dieser Woche muss Spanien noch einmal an den Markt: Am Donnerstag will die Regierung in Madrid Anleihen mit Laufzeiten bis 2014, 2017 und 2019 im Volumen von insgesamt bis zu drei Milliarden Euro begeben. Bislang nehmen Analysten an, dass vor allem spanische Banken bei den Auktionen zuschlagen. Doch wie lange deren Appetit noch anhält, sei fraglich, hieß es. Die Regierung in Madrid hat bislang schon 65 Prozent der geplanten Anleihen mit mittleren und längeren Laufzeiten begeben.

Der Rettungsfonds EFSF bekam derweil erstmals von Anlegern eine Prämie - dafür, dass die dem Fonds ihr Geld gaben. Die Durchschnittsrendite lag bei Papieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten bei minus 0,0113 Prozent und war mit dem 3,0-Fachen sogar stärker als zuletzt überzeichnet. Auch Deutschland, die Niederlande und Frankreich können bereits Prämien beim Schuldenmachen kassieren.

Die Schuldenkrise dürfte Händlern zufolge bis auf weiteres auch auf dem Euro lasten. Die Gemeinschaftswährung holte am Dienstag ein wenig auf, nachdem sie am Freitag mit 1,2163 Dollar noch ein Zwei-Jahres-Tief erreicht hatte. Mit 1,2280 Dollar notierte der Euro am frühen Nachmittag leicht über dem New Yorker Schlussstand - aber rund einen US-Cent über dem EZB-Referenzwert vom Vortag (1,2177 Dollar). Allerdings bleibt das Zwei-Jahres-Tief in Reichweite.

Dabei richte sich die Aufmerksamkeit der Anleger derzeit wieder stärker auf den Dollar und US-Konjunkturdaten, hieß es in den Handelsabteilungen der Banken in Frankfurt. Sollte die Fed - wie von einigen erwartet - tatsächlich ein drittes Anleihekaufprogramm auflegen, könnte das den Euro stützen. Sollte es aber Signale geben, dass die Notenbank sich damit noch Zeit lässt, ginge dies - wie bereits in der vorigen Woche - zulasten der Gemeinschaftswährung.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

17.07.2012, 15:50 Uhr

Da muss man nicht "verunsichert sein" wenn 100% sicher ist dass das komplette Konstrukt namens Euro zusammenkrachen wird. Also keine Sorge, es ist alles sicher und mit Garantie vorherzusagen!

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